Tirol ORF.at
MI | 11.04.2012
Bild: ORF (lawine)
Symbolbild Lawine (ORF)
Lawinenunglück
Skilehrer verurteilt
Jener Skilehrer, der im Jänner vergangenen Jahres eine Gruppe Kanadier in einen Lawinenhang führte, wurde wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen schuldig gesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Skilehrer bekannte sich schuldig
Der Skilehrer bekannte sich schuldig vor Gericht. Schuldig, dass er die Lawinenwarnstufe damals für sich auf Stufe drei abgewertet habe, obwohl vier ausgegeben war. Schuldig, dass er die Neuschneemengen unterschätzt hat, er sprach von 20 bis 30 cm, es waren es 85 cm. Schuldig auch, dass er den Wind unterschätzt hat und die Triebschneeverfrachtungen. Eine Entscheidung die falsch war, sagte er reuig, er würde es gerne ungeschehen machen.
Beruf an den Nagel gehängt
Vor Gericht wirkte er leise und geknickt. Seit dem Unglück hatte er seinen Beruf an den Nagel gehängt, leidet unter Albträumen. Unmöglich, sagte er am Dienstag, dass er noch einmal mit ihm Anvertrauten in freies Gelände fahren könnte.
Milderungsgründe
Dass er sich schuldig bekannte, Reue zeigte, die Verantwortung übernahm, waren für den Richter Milderungsgründe. Auch die Tatsache, dass er sich nach der Staublawine, die laut Gutachten 28.000 Tonnen Schnee transportierte, vorbildlich verhielt. Er suchte sofort nach den Verschüttteten, fand drei seiner Freunde lebend, doch nur einer überlebte. Und dieser Kanadier entlastete ihn vor Gericht mit einem Mail: Es sei ihm nichts vorzuwerfen, schrieb der Kanadier.
Verantwortlich für den Tod der Kanadier
Der Richter sah es anders. Der bestens ausgebildete Skilehrer und Skiführer sei verantwortlich für den Tod der Kanadier, die auch wenn sie nichts für die Tour bezahlt haben, auf ihn vertraut haben. Weil er der Beste war und das Gelände gut kannte.
Haftsstrafe von sechs Monaten
Er hätte erkennen müssen, dass dieser Hang an diesem Tag zu gefährlich war, hätte nicht einfahren dürfen, daran hatte der Richter keine Zweifel und verhängt eine bedingte Haftsstrafe von sechs Monaten und eine unbedingte Geldstrafe von 1.080 Euro. Der Skilehrer hat sich Bedenkzeit erbeten.
Schneebrett verschüttete Skigruppe
Am 22. Jänner 2005 fuhr der Skilehrer mit vier Freunden aus Kanada in einen Hang am Rendl in St. Anton außerhalb der Piste ein.

Plötzlich löste sich eine 500 Meter breite Lawine. Drei Kanadier und ein nachkommender Snowboarder starben in den bis zu fünf Meter hohen Schneemassen.

Ein Kanadier wurde gleich tot geborgen, zwei Skifahrerinnen starben wenig später. Die Leiche des Snowboarders wurde erst vier Monate nach dem Lawinenabgang gefunden.
Ganz Österreich
Tirol News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News