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MI | 11.04.2012
500 Euro-Scheine (Bild: ORF)
Landesgericht Innsbruck
Unglaubliche Betrugsgeschichte einer Familie
Am Landesgericht begann am Mittwoch der Prozess gegen die Familie Zoller: die beiden Söhne, ein Buchhalter und ein Anwalt, sowie der Vater, ein ehemaliger hochrangiger WK-Funktionär sind wegen schweren Betrugs angeklagt.
Aufwendiger Lebensstil der Angeklagten
Die Geschichte der Familie Zoller ist eine Geschichte von "Blendern und Geblendeten". So sehen es etliche Geschädigte im Nachhinein.
Auch am Mittwoch, als alle drei Angeklagten im Gerichtssaal erscheinen, würde man ihnen sofort wieder etwas abkaufen. Ihr Auftreten im Maßanzug wirkt seriös.

Die Zollers waren Teil der sogenannten Tiroler High-Society. Der Porsche Cayenne oder der VW Tuareg gehörten als Zweitauto ebenso zum Standard, wie das Haus am Gardasee.Heute vor Gericht stehen der Vater Erich, ein ehemaliger Wirtschaftskammer-Funktionär, der Sohn Christoph, ein selbsternannter Steuerberater, der andere Sohn Markus, einst ein erfolgreicher Anwalt.

Die Mutter - ebenfalls im Visier der Ermittler - ist verhandlungsunfähig. Sie hätte, laut Anklage, Geld für die Zeit "danach" in eine Liechtensteiner Stiftung retten sollen.
Das Bauherrenmodell der Zollers
2006 flog die ganze Geschichte rund um das Kerngeschäft der Zoller-Brüder, das sogenannte "Bauherrenmodell" in Salzburg, auf. Dahinter verbirgt sich die Idee, mehrere Altbauhäuser in schönster Lage in Salzburg anzukaufen und zu sanieren. Anleger erwerben eine Wohnung, zahlen einen Teil an, der Rest wird über Kredit finanziert. Dieser Kredit soll sich angeblich über Mieteinnahmen und vorzeitige Abschreibungen zurückzahlen. Die Zollerbrüder wickeln das ganze über General-Vollmachten der Anleger ab, der Anwalt in der Familie ist dabei Treuhänder.
"Loch auf, Loch zu"-Strategie
Der Sanierungsaufwand der Häuser habe den finanziellen Rahmen gesprengt, sagt Christoph Zoller heute. Der aufwendige Lebensstil muss zudem finanziert werden. So nimmt der selbsternannte Steuerberater weitere Millionenkredite bei Banken auf. Als alles auffliegt, bleiben die Anleger mit millionenschweren Verlusten zurück.

Sein Bruder, der Ex-Anwalt, gibt im Prinzip auch alles zu. Allerdings will Markus Zoller schwer unter der Knute seiner Familie gestanden haben. Der Ex-Anwalt soll auf Geheiß seines Bruders Treunhandgeld ausbezahlt haben, um finanzielle Löcher zu stopfen.
Markus habe auch jeden Tag bei seinem Vater Erich zur morgendlichen Befehlsausgabe antreten müssen, sagt sein Verteidiger.

Vater nur am Rande in Salzburg involviert
Vater Erich Zoller hatte übrigens mit den Salzburger Geschäften wenig am Hut. Er übte sich mehr im vermeintlichen Anlagegeschäft, machte Kunden lukrative Anlagevarianten schmackhaft - unter dem klingenden Wertpapier- Depotnamen "Ethik". Veranlagt wurde, laut Staatsanwalt, kein müder Cent. Das Geld sei vielmehr in die Firma des ehemaligen Wirtschaftskämmerers gewandert - auch hier wieder, um finanzielle Löcher zu stopfen.
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