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MI | 11.04.2012
Börse (Bild: EPA)
Studie der Uni Innsbruck
Aktienkauf: Besser nicht als schlecht informiert
Nicht informierte Anleger sind auf dem Aktienmarkt erfolgreicher als mittelmäßig informierte. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Universität Innsbruck gekommen.
Experiment mit Aktienhändlern
Das Laborexperiment wurde von den Wissenschaftern mit realen Händlern durchgeführt. Die Händler erhielten vom Computer verschiedene Informationen, auf deren Basis sie Aktien kaufen und verkaufen konnten.
Die Händler wurden in fünf Informationsklassen eingeteilt von Insidern bis zu gänzlich Uninformierten. Die Insider erhielten ihre Informationen zuerst, die anderen in wachsendem zeitlichen Abstand. Außerdem wurden in der Hälfte der Märkte die gänzlich Uninformierten durch einen Zufallsgenerator ersetzt.
Handelsraum (Foto: Universität Innsbruck)
Hohe Renditen nur für Insider
Am Ende schnitten die gänzlich Uninformierten deutlich besser ab als die schlecht und mittelmäßig informierten Händler. Auch die computersimulierten Zufallshändler erreichten die durchschnittliche Rendite am Markt. Die am besten informierten Händler erzielten jedoch die höchste Rendite und hängten alle anderen Händlerklassen deutlich ab.
Argument gegen Investmentfonds
Laut einem der Studienleiter, Michael Kirchler, ließen sich die Ergebnisse gut in die bisherige Literatur einordnen. So wirft die Studie kein gutes Licht auf Investmentfonds. Da rund 60 bis 80 Prozent der Investmentfonds schlechter als der durchschnittliche Markt abschnitten, sei anzunehmen, dass die Investmentfondsmanager weder über Insiderinformationen verfügten, noch gänzlich uninformiert seien.
Der Vorteil der Uninformierten
Die Studienleiter Michael Kirchler und Jürgen Huber erklären den Misserfolg der mittelmäßig Informierten damit, dass sie zu spät kommen. "Insider kaufen billig ein und verkaufen teurer weiter, mittelmäßig und schlecht Informierte kaufen hoch und verkaufen billiger. Uninformierte haben den großen Vorteil, dass sie nicht durch alte und bereits eingepreiste Informationen systematisch fehlgeleitet werden können."
Für Private Indexprodukte ideal
Die Studienleiter empfehlen privaten Investoren, sich nicht an medial verbreiteten Börseninformationen zu orientieren. Vielmehr seien Indexprodukte, die die Entwicklung eines Index nachvollziehen, die geeignete Wahl für Privatinvestoren.
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