Tirol ORF.at
MI | 11.04.2012
Besprechung im Büro (Bild: ORF)
Betriebsübergabe
Tiroler Firmen an der Nachfolgebörse
Über 647 Tiroler Betriebe haben im letzten Jahr den Besitzer gewechselt. Aber nicht jeder Betrieb kann automatisch auf einen Nachfolger zurückgreifen. Die Tiroler Wirtschaftskammer hat deshalb eine Nachfolgebörse eingerichtet.
Firmenname bleibt geheim
113 Tiroler Firmen quer durch alle Branchen sind derzeit bei der Wirtschaftskammer gemeldet. Bekannt gegeben werden nur Eckdaten, wie etwa Betriebsgröße oder Betriebsart. Der Name der Firma wird nicht öffentlich gemacht, um mögliche Schäden zu vermeiden.
Alle Firmen haben eines gemeinsam: Sie suchen einen geeigneten Nachfolger. So wie dieser Firmenchef:
"Wir sind ein Handelsbetrieb mit 14 Mitarbeitern. Ich werde nächstes Jahr 63 und somit ist die Frage der Nachfolge aktuell."
Einige Vorteile gegenüber Neugründung
Für Interessierte, die sich gerne selbstständig machen wollen, bietet eine Firmenübernahme im Vergleich zu einer Neugründung Vorteile, sagt Wirtschaftskammer-Chef Jürgen Bodenseer: "Man tut sich leichter, wenn man in gewisse Fußstapfen hineintreten kann. Es ist billiger und man macht vielleicht weniger Fehler dabei."

Interessiert sich jemand für einen bestimmten Betrieb, dann gibt die Wirtschaftskammer den Kontakt an den jeweiligen Firmenchef weiter. Laut Jürgen Bodenseer habe man schon etliche Firmen erfolgreich vermitteln können:
"Das Schöne an den Betriebsübernahmen ist, dass die Ausfallsquote um Vieles geringer ist."
Betriebsnachfolgetag am 23. November
Außerdem berät und begleitet die Wirtschaftskammer die neuen Chefs in die Selbständigkeit.

Am 23. November gibt es wieder einen solchen Betriebsnachfolgetag mit Workshops in der Wirtschaftskammer. Die kostenlose Informationsberatung für all jene, die ein Unternehmen gründen oder übernehmen wollen, bietet Infos etwa zu Gewerbeberechtigung, mögliche Rechtsformen oder auch Steuern. Am 23.11. von 16.00 bis 19.00 Uhr, Anmeldungen bei Anita Volderauer unter 0590905-2222.
Paradebeispiel: Greißlerladen in Schönberg
Ein Fall, bei dem die Unternehmensnachfolge besonders gut funktioniert hat, ist der Greißlerladen in Schönberg. Seit rund zwei Jahren hat ihn das Geschwisterpaar Gietl übernommen und modernisiert. Mittlerweile sind die Gietls so etwas wie der Dorftreffpunkt geworden.

Die Betriebsübernahme war auch im Fall der Gietls alles andere als einfach. Früher hat es hier nur einen kleinen Supermarkt gegeben. Die Geschwister wollten aber mehr: "Meine Schwester und ich wollten gemeinsam was machen, weil wir gut zusammenarbeiten. Sie im Marketing und im Einkauf und ich in der Gastronomie. Ich wollte schon immer ein kleines Lokal haben."

Dieses kleine Lokal hat Thomas Gietl jetzt. Seine Schwester Romana das Lebensmittelgeschäft. Beides zusammen ergibt ein völlig neuartiges Konzept, dass in Orten wie Schönberg gut zu funktionieren scheint. In dem 160 Quadratmeter großen Geschäft werden auch Blumen verkauft, eine Trafik, eine Wäscherei und die Post sind inkludiert.
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