Tirol ORF.at
MI | 11.04.2012
Bild: Land Tirol (Streiter Konrad)
Politik
Streiter legt Tiwag-Berater-Job zurück
Nach der Diskussion rund um das Honorar, das die TIWAG an Ex-Landesrat Konrad Streiter zahlt, hat Streiter am Mittwoch seinen Beratervertrag aus freien Stücken zurückgelegt. Streiter betont, dass er im Sinne seines Auftraggebers stets gute Arbeit geleistet habe.
Monatlich 18.500 Euro
Am Montag war bekannt geworden dass der frühere VP-Politiker monatlich 18.500 Euro erhalte. Sein Vertrag wäre im nächsten Jahr ausgelaufen.
Wachsende Kritik aus ÖVP-Kreisen
Zuvor gab es zunehmend Kritik aus ÖVP-Kreisen. ÖVP-Landeshauptmannstellvertreterin Elisabeth Zanon habe "keinerlei Verständnis für Maßlosigkeit in einer Zeit, in der alle den Gürtel enger schnallen müssen". Auch Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Bodenseer kritisierte den Beratervertrag, immerhin bekommt Streiter 18.500 Euro von der TIWAG.

Anton Pertl: "Honorarhöhe nicht bekannt"
Kritisch sieht den Vertrag auch TIWAG-Betriebsratsvorsitzender Anton Pertl, er ist für die ÖVP auch im Landtag. Man habe zwar gewusst, dass Streiter einen Beratervertrag bei der TIWAG habe, so Pertl heute. Nicht aber, wie viel der Ex-Landesrat dafür bekomme. Bei der Honorarhöhe hätte der Betriebsrat sicherlich "Nein" gesagt, so Pertl.
Bruno Wallnöfer (Bild: ORF) Wallnöfer: Angemessener Vertrag
Die Welle der Kritik zog auch bei der TIWAG eine Reaktion nach sich: "Der TIWAG Vorstand hat heute beschlossen, dass seitens der TIWAG Beratervertrage mit ehemaligen Politikern nicht mehr abgeschlossen werden", so Vorstandschef Bruno Wallnöfer.

Der Vertrag selbst sei allerdings angemessen, verteidigte Wallnöfer die Höhe des Honorars. "Sein gutes Netzwerk, seine große Erfahrung in Angelegenheiten von Gemeinde- und Wasserecht und seine Rolle bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Wien seien ihr Geld Wert", so Wallnöfer.
Grüne verlangen Rechnungshofprüfung
Die Grünen sprechen heute dagegen davon, dass die TIWAG als Versorgungs-Institution für Ex-Politiker herhalten müsse. Sie verlangen eine tiefgreifende Prüfung der TIWAG durch den Landesrechnungshof.

Denn es gehe nicht nur um die Berater-Gage für den ehemaligen ÖVP-Landesrat sondern auch um das 150.000-Euro-Honorar für ein Detektivbüro - mit dem Ziel, undichte Informationsquellen aufzuspüren.
Ganz Österreich
Tirol News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News