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MI | 11.04.2012
Pässe gesperrt (Bild: ORF)
Chronik
Schneechaos in Süd- und Osttirol
Die heftigen Schneefälle sorgen in Süd- und Osttirol für teilweise chaotischen Zustände. In Osttirol sind sämtliche Seitentäler gesperrt, in Südtirol fiel in einigen Landesteilen der Strom aus. Die Einsatzkräfte stehen im Dauereinsatz.

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Viele Schüler kommen nicht nach Lienz
In Gaimberg hat Montagfrüh die Sirene die Bewohner aus dem Schlaf gerissen. Der Schulbus auf das Zettersfeld wurde nämlich von umstürzenden Bäumen eingeschlossen. Zum Glück war kein Kind betroffen, der Lenker konnte von der Feuerwehr befreit werden.

In Lienz selbst herrscht Chaos, weil es in die Winterpracht hineingeregnet hat. Der schwere Schnee erschwert die Räumung, viele Schulen entschlossen sich, den Unterricht am Montag einzustellen, vor allem auch, weil in Osttirol die meisten Seitentäler wegen Lawinengefahr gesperrt sind. Über das Internet können die Schüler erfahren, ob ihre Schule am Dienstag wieder geöffnet hat.
Baum auf Stromleitung (Bild: ORF)
Bei Matrei war ein Baum auf eine Stromleitung gestürzt, der Ort war etwa eine Stunde lang ohne Strom.
Wintergewitter über Osttirol
In Kartitsch warten die Lawinenkommissionen, bis die Sicht besser wird, um die Lage einschätzen zu können. Bei St. Oswald ist schon ein Hang ins Rutschen gekommen. Zum Schneechaos hat sich noch ein seltenes Naturschauspiel ereignet. Ein Wintergewitter hat sich über Osttirol entladen. Durch den Schnee wurden die Blitze bläulich-hell reflektiert.

Matrei war eine Stunde lang ohne Strom, weil ein Baum unter der Last des Schnees auf eine 110-KV-Leitung gestürzt war.
Schnee ging am Nachmittag in Regen über
Der Höhepunkt der Schneefälle sei in Osttirol bereits überschritten, die Lage beruhige sich, hieß es bei der Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG) am Montagnachmittag. Mit leichten Schneefällen sei bis abends und während der Nacht aber noch zu rechnen.
Hunderte Einsätze in Südtirol
Die Bozner Berufsfeuerwehr und zahllose Freiwillige Feuerwehren standen im Dauereinsatz. Bereits um 8.30 Uhr waren im ganzen Land 193 Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren im Gange, die Bozner Berufsfeuerwehr hatte bis dahin nicht weniger als 30 Einsätze abgearbeitet.

Die Palette der Einsätze reichte von einem in der ersten Kehre der Rittner Straße steckengebliebenen Lkw über umgeknickte Bäume, die auf Stromleitungen gefallen waren, die Stromversorgung von Partschins über Notstromaggregate bis zu Funken, die aus der Stromleitung nach Kohlern schlugen.
Von den heftigen Schneefällen betroffen war auch die Vinschger Bahn, die aufgrund von Ästen und Bäumen, die die Gleise verlegt hatten, notgebremst werden musste. Bei der Bremsung wurden drei Passagiere verletzt. Die Bahnstrecke musste daraufhin unterbrochen werden, konnte gegen Mittag allerdings wieder freigegeben werden.

Bis zu ein Meter Neuschnee sorgte auch im Pustertal für einen Ausnahmezustand. Aus Innichen etwa wurden Stromausfälle gemeldet, auch Stromleitungen in Bruneck, Toblach und Percha waren unterbrochen. In Bozen wurde ein Lagezentrum eingerichtet, das die Einsätze landesweit koordinierte.
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