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Galtür |
23.02.2009 |
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Zehnter Jahrestag der "Jahrhundertlawine"
Zum zehnten Mal jährt sich heute das Lawinenunglück von Galtür. Am 23. Februar 1999 hatten in dem auf 1.600 Meter gelegenen kleinen Paznauntaler Ort 31 Menschen - sechs Einheimische und 25 Urlauber - ihr Leben verloren.
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Katastrophenwinter 1999
Hintergrund der Katastrophe war eine Situation im gesamten Alpenraum, die den Winter 1999 als einen der katastrophalsten Lawinenwinter in die Naturgefahren-Chronik eingehen ließ. In Italien, in Frankreich, in der Schweiz und in Österreich richteten verheerende Lawinenabgänge massive Schäden an.
In Galtür selbst führten langanhaltende Schneefälle und eine starke Windverfrachtung zu Schneemengen, die sechsmal höher als üblich waren.
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87.000 Tonnen Schnee ins Tal gestürzt
 Am 23. Februar 1999 ging um 16.00 Uhr vom Grießkogl in 2.700 Meter Seehöhe, 1.300 Meter oberhalb von Galtür, eine gewaltige Lawine ab. 87.000 Tonnen Schnee stürzten mit einer Geschwindigkeit von fast 300 km/h zu Tal.
Die bis zu fünf Meter hohen Schneemassen zerstörten in einer Breite von 400 Metern den bis dahin als ungefährdet geltenden Ortskern der Tourismusgemeinde und begruben über 50 Menschen unter sich.
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Insgesamt 38 Tote
Obwohl viele Opfer von den Hilfskräften lebend geborgen werden konnten, waren letztlich 18 Verletzte und 31 Tote zu beklagen.
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Tags darauf forderte eine weitere Lawine in Valzur weitere sieben Todesopfer und vier Verletzte. Die folgenden Hilfsmaßnahmen gingen als bis dahin beispielloser Rettungseinsatz in die Geschichte ein.
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Riesige Wunden bei Hinterbliebenen
Ganze Familien hat die Lawine ausgelöscht und bei den Hinterbliebenen riesige Wunden hinterlassen. Gottlieb Lorenz, Hüttenwirt der Jamtal-Hütte, hat seine Frau, seine Mutter und sein ungeborenes Kind verloren.
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Tirol heute im Zeichen von Galtür
ORF-Tirol-Reporter Rainer Perle hat für Tirol heute Menschen getroffen, deren Leben die Katastrophe ganz unterschiedlich geprägt und für immer verändert hat. Mehr dazu sehen Sie am Montag in unserer TV-Sendung "Tirol heute" um 19.00 Uhr in ORF2.
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10 Mio. Euro in Schutzmaßnahmen investiert
Die Wildbach- und Lawinenverbauung investierte im vergangenen Jahrzehnt rund zehn Millionen Euro in Schutzmaßnahmen für Galtür. Noch im Frühjahr 1999 wurden die ersten Schutzmauern errichtet. Die zerstörten Gebäude wurden in lawinensicherer Bauweise wieder aufgebaut.
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Der Ort wird nun durch ein wirksames Bündel zusätzlicher Maßnahmen geschützt. Dazu zählen zwei gewaltige Dämme, die einen halben Kilometer lang und bis zu zwölf Meter hoch sind, weiters mehrere hundert Meter lange und bis zu 19 Meter hohe Schutzmauern im Talboden sowie elf Kilometer Stahlschneebrücken im Anbruchbereich auf dem Berg. Weitere Schutzbauten sind in Bau bzw. in Planung.
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Schlichtes Gedenken an Jahrhundertlawine
Mit einem schlichten Gedenkgottesdienst erinnern Einheimische und Angehörige von betroffenen Urlaubern am Montag an jene Lawine, die 31 Menschen in den Tod gerissen hat.
Bischof Manfred Scheuer und Landeshauptmann Günther Platter kamen am Abend zu der Gedenkfeier und auch der eine oder andere Angehörige der getöteten Urlauber ist trotz des Winterwetters ins Paznaun gereist.
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"Demut gegenüber der Natur"
Bürgermeister Anton Mattle wünscht sich vor allem "Demut gegenüber der Natur", die man zum Leben in diesem hochalpinen Raum einfach brauche. Zehn Millionen Euro wurden in Verbauungen investiert, das in einen der Wälle integrierte "Alpinarium" nicht mitgerechnet.
All jene Familien, die seinerzeit betroffen waren, hätten wieder ihre Häuser aufgebaut, niemand sei weggegangen, betont Mattle.
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Für die Urlauber selbst verläuft der Jahrestag wie jeder andere Ferientag auch. Wer anstelle des Skitages bei Schnee und kaltem Wind ein Alternativprogramm sucht, wird im Alpinarium fündig und dort mit der jüngeren Geschichte des Ortes konfrontiert: "Leben am Berg. Faszination Schnee - Mythos Lawine" heißt die aktuelle Ausstellung bei der auch der Opfer gedacht wird.
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tirol.ORF.at
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