Tirol ORF.at
MI | 11.04.2012
Gletscher (Bild: Patzelt)
NATUR
Weiter Gletscherrückgang - nur vier wachsen
Eine "ganz leichte" Entspannung bei den heimischen Gletschern hat der OeAV festgestellt. In der vergangenen Periode sind erstmals seit Jahren wieder vier Gletscher gewachsen. Von einer Trendumkehr kann jedoch keine Rede sein.
Gletscherrückgang im Vergleich (Bild: OEAV)
Seit nunmehr 118 Jahren beobachtet und dokumentiert der Alpenverein jährlich die Veränderungen an den insgesamt 94 österreichischen Gletschern. Im Bild ein Vergleich des Sulzenauferners im Stubaital 1944 - 2008.
Während kleinere Gletscher im Gleichgewicht sind, werden größere Gletscher in den kommenden Jahren noch an Länge verlieren.
Leichte Entspannung aber keine Trendumkehr
Im Durchschnitt sind Österreichs Gletscher 2008 um 12,8 Meter zurückgegangen. Noch im Jahr davor waren es mit 22,2 Metern fast doppelt so viel. Erstmals seit Jahren haben vier kleine Gletscher an Länge zugenommen. Am meisten das Kleine Fleiß Kees in der Ankogelgruppe in Kärnten.

Ein Indiz für eine Trendumkehr ist das laut AV-Gletscherexperte Gernot Patzelt nicht. Er rechnet mit einer weiteren Längenabnahme, vor allem bei den größeren Gletschern wie etwa im Ötztal. Dort befinden sich übrigens jene drei Gletscher mit dem größten Längenverlust (s.u.).
Gernot Patzelt (Bild: ORF)
Laut Gletscherforscher Gernot Patzelt ist ein Verschwinden der Gletscher nicht in Sicht.
Wieder Temperaturen über dem Durchschnitt
Ursache für den Gletscherrückgang ist bekanntlich die höhere Durchschnitts-Temperatur in erster Linie in den Sommermonaten. In der vergangenen Messperiode lag diese im Sommer 0,9 Grad über dem langjährigen Durchschnitt.

"Modellrechnungen oft fahrlässig"
Dass die Gletscher gänzlich verschwinden werden, glaubt Patzelt nicht. Derartigen Szenarien und gleichlautenden Modellrechnungen erteilt er eine klare Absage und er bezeichnet sie teilweise auch als fahrlässig. "Damit die großen Gletscher völlig verschwinden, müsste die Temperatur um zehn Grad ansteigen und das ist wirklich nicht in Sicht", so Patzelt.

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Patzelt beendet ehrenamtliche Tätigkeit
Gernot Patzelt hat heuer zum letzten Mal den Gletscherbericht des Alpenvereins präsentiert. Nach 29 Jahren beim OeAV übergibt er seine ehrenamtliche Tätigkeit an die Gletscherforscherin Andrea Fischer. "Ich werde aber noch mitarbeiten, solange ich Lust habe", so Patzelt gegenüber tirol.ORF.at.

Stefan Lindner; tirol.ORF.at
Furtschaglkees 1983 (Bild Friedrich)
Furtschaglkees 1983 (Bild Friedrich)
Furtschaglkees (Bild Friedrich)
Furtschaglkees 1997 (Bild Friedrich)
Furtschaglkees (Bild Friedrich)
Furtschaglkees 2008 (Bild Friedrich)
Top Ten - Rückzug
1. Schalf Ferner -49,0 m
(Ötztaler Alpen)
2. Vernagt Ferner -45,2 m
(Ötztaler Alpen)
3. Mutmal Ferner -43,5 m
(Ötztaler Alpen)
4. Viltragen Kees -42,0 m
(Venediger Gruppe)
5. Sulztal Ferner -41,5 m
(Stubaier Alpen)
6. Marzell Ferner -38,6 m
(Ötztaler Alpen)
7. Hintereis Ferner -37,7 m
(Ötztaler Alpen)
8. Alpeiner Ferner -34,0 m
(Stubaier Alpen)
9. Gepatsch Ferner -33,0 m
(Ötztaler Alpen)
Triebenkarlas Ferner -33,0 m
(Stubaier Alpen)
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