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GEDENKJAHR 2009 |
20.06.2009 |
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Kommers: Mitte-Links gegen Rechts in IBK
Wann immer Burschenschafter einen großen Kommers feiern, schlägt das hohe Wellen. Nur selten zeigen sich die "Schlagenden" in der Öffentlichkeit. Die junge linke Szene nützt diese Gelegenheit, um mit ihrer Ideologie dagegen zu halten.
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 Ein Festkommers läuft nach einem gewissen Protokoll ab - sogar fürs Trinken gibt es eigene Regeln. |
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"Ein Tirol"-Gedanke wird hoch gehalten
Auch wenn am Brenner schon längst keine Grenzbalken mehr existieren, die nationalfreiheitlichen Burschenschaften gehören noch zu jenen Gruppierungen, die den "Ein Tirol"-Gedanken sehr hoch halten. Nicht zuletzt auch deshalb werden am Samstag rund 1.000 schlagende Couleurstudenten für die Kranzniederlegung am Bergisel und den anschließenden Festkommers in Innsbruck erwartet.
Wichtige Beschlüsse werden dort nicht gefällt, vielmehr wird wohl das Bier in der hermetisch abgeriegelten Messehalle in rauen Mengen fließen. Höhepunkt aus Sicht der Burschenschafter ist die Ansprache des dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf - ebenfalls Mitglied einer schlagenden Verbindung.
Die geplante Gegendemonstration stört die Organisatoren des Kommerses wenig. Man betont aber, dass das Großaufgebot der Polizei nicht wegen des Festkommerses, sondern wegen der Demo notwendig sei.
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 Viele prominente FPÖ- und BZÖ-Politiker, wie etwa Ewald Stadler (BZÖ) oder H.C. Strache (FP) sind entweder bei Burschenschaften, Corps, Landsmannschaften oder Sängerschaften korporiert.
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Graf als Mitgrund für Gegendemo
Die Anwesenheit Martin Grafs und das rechte Gedankengut vieler Burschenschafter ist Grund für die junge Linke Szene, nahe dem Messegelände gegen aufkeimenden Rechtsextremismus zu demonstrieren.
Erwartet werden von der "Plattform gegen Rechtsextremismus", die laut eigenen Angaben u. a. von der SPÖ und den Grünen finanziell unterstützt werden, rund 2.500 Demonstranten aus ganz Österreich. Geplant ist ein Protestmarsch durch die Stadt, Kundgebungen vor dem Bundesbahngebäude und schließlich eine Demofeier am Innsbrucker Hafen.
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 Die geplante Gegendemo in Innsbruck wird von vielen Mitte-Links-Organisationen unterstützt. Seitens der Organisatoren soll es ein gewaltfreier Protest werden.
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 Polizisten aus ganz Österreich werden am Samstag in Innsbruck für Sicherheit sorgen. |
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Ultra-Extreme als Gefahrenpotential
Rund 1.000 Polizisten werden am Samstag versuchen, für Ruhe und Ordnung in der Stadt zu sorgen. Unterstützt werden sie dabei auch aus der Luft durch einen Hubschrauber des Innenministeriums. Die Kosten für den Einsatz belaufen sich auf rund eine Million Euro.
Die größte Gefahr für einen gewaltsamen Konflikt geht aber weder von den Burschenschaftern noch von den Teilnehmern der offiziellen Gegendemo aus. Vielmehr sind es rechts- und linksextreme Gruppierungen, die im Vorfeld des Festkommerses ihr kommen auf diversen Homepages im Internet organisiert und angekündigt haben.
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Katholische Couleurstudenten unterscheiden sich äußerlich kaum von Burschenschaftern. |
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Katholische Verbindungen unter Schutz
Besonders schützen wird die Polizei am Samstag auch die Verbindungshäuser katholischer Studentenverbindungen. Deren Mitglieder sind rein äußerlich kaum von echten Burschenschaftern zu unterscheiden, inhaltlich allerdings gibt es gravierende Unterschiede. Sie befürchten im Zuge der Gegendemo möglichen Vandalismus gegen ihre Verbindungshäuser.
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Archiv: Das war der Festkommers 1994
Für großes Aufsehen sorgte der Festkommers 1994 in Innsbruck. Tausende Demonstranten haben in Innsbruck protestiert. Das Innenministerium schickte sogar Wasserwerfer, die jedoch nicht eingesetzt werden mussten.
Zwei ORF-Beiträge über die damaligen Ereignissen können Sie hier nachsehen.
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Gleicher Ursprung andere Entwicklung
Studentverbindungen sind vor etwa 200 Jahren entstanden und gelten als Besonderheit des deutschsprachigen Raumes. Sie entwickelten sich bald zu elitären Institutionen der Gesellschaft und erhielten die Erlaubnis, Waffen tragen zu dürfen. Diese Tradition wird bei den Studentenverbindungen bis heute noch hoch gehalten.
Während katholische Verbindungen - diese spalteten sich Mitte des 19. Jahrhunderts ab - den Schläger (so wird der Säbel genannt) nur als äußeres Symbol tragen und nicht verwenden, wird bei den meisten Burschenschaften noch eine Mensur ausgetragen. Dieser studentische Fechtkampf, der nicht immer unblutig zu Ende geht, hat vor allem - wie es heißt - persönlichkeitsbildende und sportliche Motive.
Rein äußerlich kann man katholische von schlagenden Couleurstudenten kaum auseinander halten. In ihrer Gesinnung gibt es jedoch markante Unterschiede in Fragen der Religion oder etwa im Bekenntnis zur EU.
Anders als in Deutschland ist in Österreich der Anteil der katholischen Couleurstudenten wesentlich höher als jener der Burschenschafter.
Stefan Lindner; tirol.ORF.at
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tirol.ORF.at
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