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MI | 11.04.2012
Sternhaufen 47 Tucanae (Bild: Uni Bonn)
WISSENSCHAFT
Neue kosmische Objekte entdeckt
Eine Gruppe von Astronomen meldet eine neue Klasse von Objekten mit Gammastrahlung in der Umgebung unserer Galaxie. Der Innsbrucker Astrophysiker Olaf Reimer ist Mitautor am Bericht über diese neu entdeckten kosmischen Objekte.
Herkunft der Strahlung: "Kugelsternhaufen 47 Tucanae" im Sternbild des Turkan.
Kugelsternhaufen sendet Gammastrahlung aus
Eine neue Klasse von kosmischen Objekten, welche Gammastrahlung aussenden, meldet ein internationales Team von Astronomen. Berichtet wird darüber in der jüngsten Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift "Science".

Als Herkunft der Strahlung wurde der "Kugelsternhaufen 47 Tucanae" im Sternbild des Tukan identifiziert, erklärte dazu Astrophysiker Olaf Reimer von der Universität Innsbruck gegenüber der APA. Reimer ist Mitautor der Veröffentlichung.
Gammastrahlung ist extrem hart, in diesem Falle etwa eine Million Mal energiereicher als Röntgenstrahlung. Bisher kannte die Wissenschaft im Wesentlichen zwei Quellen von Gammastrahlung. Die erste sind sogenannte aktive Kerne in fernen Galaxien, die Astronomen gehen davon aus, dass in diesen Kernen Schwarze Löcher lokalisiert sind. Die zweite Quelle sind sogenannte Pulsare innerhalb unserer Milchstraße.

Im Gegensatz zu den Pulsaren strahlt Kugelsternhaufen 47 Tucanae im Gammabereich kontinuierlich, also nicht gepulst. Die Forscher gehen dennoch davon aus, dass Pulsare dahinter stecken, allerdings ist die ankommende Gamma-Strahlung die Summe von zahlreichen Pulsaren. "Es könnte sich um bis zu 60 Pulsare handeln, also ein kollektives Signal", so Reimer.
Sternhaufen 47 Tucanae (Bild: Uni Bonn)
Kugelsternhaufen 47 Tucanae
Kugelsternhaufen sind - wie der Name schon sagt - kugelförmige Ansammlungen von Sternen, die in oder um Galaxien - im sogenannten Halo - vorkommen. Pulsare sind gleichsam die Überreste ehemals massereicher Sterne. Nachdem ihre Kernbrennstoffe weitgehend verbraucht sind, explodieren solche Sterne in einem gewaltigen Ausbruch. Die Reste stürzen in sich zusammen und bilden einen mehr oder weniger rasch rotierenden Neutronenstern. Durch die Rotation scheint der Stern zu pulsieren, daher der Name Pulsar.
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