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MI | 11.04.2012
Heizkörper (Bild: ORF)
WIRTSCHAFT
Größtes Fernwärmenetz Tirols in Planung
In der Inntalfurche zwischen Innsbruck und Wattens soll schon im kommenden Jahr das größte Fernwärmenetz Tirols entstehen. Davon profitieren sollen neben den einzelnen Haushalten vor allem die Umwelt wie auch die Wirtschaft.
Abwärme aus Gasturbine der Papierfabrik
Fernwärme ist keine neue Technologie - in Österreichs Ballungszentren heizen tausende Haushalte seit Jahrzehnten auf diese Art und Weise. In Tirol gibt es ebenfalls etlich Orte, die Fernwärme anbieten, wie zum Beispiel Hall, Fügen oder St. Johann. Energiequelle ist dort Biomasse.

Beim jetzt in der Inntalfurche geplanten Projekt kommt die Energie für die Wärme von der Papierfabrik Wattens. Das Unternehmen würde, wie Geschäftsführer Johann Lettenmair erklärt, den Strom künftig mit einer Gasturbine selbst erzeugen. Die dabei entstehenden Abwärme soll das Fernwärmenetz versorgen.

Laut Machbarkeitsstudie kann die Papierfabrik jährlich rund 45.000 MWh Wärme ins Netz liefern. Das reicht für einige hundert Haushalte.

Die Projektpartner haben am Donnerstag in Wattens den ARGE-Fernwärmevertrag unterzeichnet: (v.l.)
Geringere Energiekosten als Lockmittel
Grundvoraussetzung für das ehrgeizige Projekt ist natürlich, dass genügend Abnehmer für die Fernwärme gefunden werden. Seitens der Projektpartner ist man diesbezüglich aber zuversichtlich. Ersten sollen zahlreiche öffentliche Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen werden - weiters über hundert Firmenwohnungen der Papierfabrik in Wattens.

Projektleiter Klaus Kandler von der Gemeinde Rum ist sich sicher, dass auch die Nachfrage privater Haushalte beträchtlich sein wird. Neben der geringeren Energiekosten werde auch der geringe technische Aufwand für einen Fernwärmeanschluss ein schlagendes Argument für viele Haushalte sein, glaubt er.

Umwelt als weiterer Profiteur
Neben den Haushalten profitiere vor allem die Umwelt von einem Fernwärmenetz. Laut einer Hochrechnung könnte der CO2-Ausstoß damit um rund 7.000 Tonnen jährlich verringert werden. Das entspricht etwa dem CO2-Ausstoß von 18 Tagen Transitverkehr auf der Strecke Kufstein Brenner, so Kandler.
Schon 2010 könnte es erste Anschlüsse geben
Geht es nach den Projektpartner Rum, Wattens, den Innsbrucker Kommunalbetrieben und der Papierfabrik könnten schon 2010 die ersten Gebäude in Wattens an die Fernwärme angeschlossen werden. Bis 2012 soll die Fernwärmeschiene bis nach Rum und Innsbruck ausgebaut sein.

Weiters ist geplant, auch weitere Wärmequellen anzuzapfen. Konkrete Gespräche mit den Tiroler Röhrenwerken diesbezüglich laufen.
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