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DI | 14.02.2012
Kinderpornoring aufgeflogen (Bild: ORF.at)
CHRONIK
Kinderpornografie: Zwei Tiroler ausgeforscht
Das Bundeskriminalamt hat in Zusammenarbeit mit weiteren 17 europäischen Ländern einen Kinderpornoring ausgehoben. Unter den Usern einschlägiger Seiten wurden auch zwei Tiroler ausgeforscht, einer davon wurde bereits verurteilt.
Heimische Täter teilweise schon verurteilt
Bei den beiden Tirolern (26 und 35 Jahre alt) handelt es sich um Unterländer. Der 26-Jährige wurde laut Bundeskriminalamt wegen Besitzes kinderpornografischen Materials bereits zu vier Monaten bedingter Haft verurteilt. Dem zweiten Unterländer konnte auch nach einer Hausdurchsuchung nichts nachgewiesen werden. Die Ermittlungen sind eingestellt worden.

Die Vorarbeit, die die Polizei leistete war langwierig. Zwei Jahre lang arbeiteten Polizisten aus 18 Ländern zusammen. Aufgeflogen ist die Sache, nachdem ein heimischer Provider kinderpornografisches Material am Server gefunden und der Polizei gemeldet hatte.

Insgesamt wurden 221 Verdächtige ausgeforscht, darunter 23 Männer aus Österreich. Die österreichischen Täter sind bereits fast alle verurteilt worden, zu "zwischen drei und sechs Monaten bedingter Haft", sagte Harald Gremel, Leiter der Operation im Bundeskriminalamt.
Tausende Zugriffe aus zahlreichen Ländern
9.733 obszöne Bilder wurden laut BK auf dem Server sichergestellt. Binnen 36 Stunden wurden mehr als 110.000 Zugriffe auf den Seiten registriert. Nachdem viele Zugriffe von ausländischen IP-Adressen erfolgten, wurde die europäische Polizeibehörde Europol eingeschaltet.

Die Operation unter dem Namen "Typhon" führte zu hunderten Hausdurchsuchungen in Belgien, Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Litauen, Luxemburg, Malta, Holland, Polen, Slowenien, Slowakei, Spanien, Schweiz, Großbritannien, Rumänien, Österreich sowie in Kanada. 115 Verdächtige wurden im Zuge der Aktion festgenommen.
Schwere Vorwürfe gegen zwei Vorarlberger
Zwei arbeitslose Männer aus Vorarlberg (62 und 59) haben auch selbst Missbrauchsbilder und -videos hergestellt. Der 62-Jährige steht in Verdacht, pornografische Aufnahmen von einer 17-Jährigen gemacht zu haben. Gelockt hat er das Mädchen mit der Aussicht auf einen Modelvertrag. "Aus den Bildern sind pornografische Darstellungen geworden, die der Täter anschließend ins Netz stellte", berichtete Harald Gremel, Leiter der Operation im BK.

Dem zweiten Verdächtigen wird vorgeworfen, ein zwölfjähriges Mädchen aus der Nachbarschaft, das er beaufsichtigte während die Mutter arbeiten ging, über zwei Jahre hinweg missbraucht zu haben. Bilder und Videos seiner Taten postete er im Internet. Außerdem soll der 59-jährige Vorarlberger auf FKK-Stränden in mehreren europäischen Ländern heimlich Aufnahmen von Kindern angefertigt und ins Netz gestellt haben.
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