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DI | 14.02.2012
Bettmachen im Hotel (Bild: dpa/Jens Ressing)
TOURISMUS
Hotellerie in der Schuldenfalle?
Viele Hotelbetreiber würden gerne aussteigen, können sich das aus finanziellen und steuerlichen Gründen aber nicht leisten. Stattdessen machen einige dieser Betriebe mit billigen Zimmerpreisen den Markt "kaputt", warnen Touristiker.
Lockangebote mit Schnäppchenpreisen
Für viele Hotels könnte es eng werden, befürchten die Touristiker. Die Umsätze gehen massiv zurück, gleichzeitig erhöhen die Banken ihre Kreditkosten. Um wenigstens die Betten füllen zu können, locken viele mit Schnäppchenpreisen. Frei nach dem Motto, das teuerste Bett ist immer noch das leere Bett. Drei Nächte mit Halbpension im Viersternhotel für 99 Euro sind keine Seltenheit.
Investitionsdruck und Negativspirale
Es sei bereits billiger, ins Hotel zu gehen, anstatt zu Hause zu bleiben, bekrittelt der Kitzbühler Tourismusobmann Christian Harisch:

"Die Regierung hat vor einigen Jahren beschlossen, Abschreibungsdauern zu verlängern und Investitionsfreibeträge zu streichen. Jetzt gibt es auch eine Generation der Erben, die die Geschwister ausbezahlen mussten, dazu kommt der Investitionsdruck durch den Wellnessboom der in Tirol ausgebrochen ist. Hier dieses Angebot herzustellen und auf der anderen Seite Preise anzubieten, die weit unter dem sind, was man gemeinhin unter Viersternehotels versteht, muss zwangsläufig zur Krise und auch zu Insolvenzen führen."

Zu viele Betriebe würden sich bereits in dieser Spirale nach unten befinden. Die Betten seien auf dem Markt und würden die Preise in den Keller treiben, sagt der Kitzbühler Tourismuschef.
70.000 Betten zu viel
Etwa 70.000 Betten müssten vom Markt genommen werden. Das Problem jedoch sei, dass es sich Unternehmer steuerlich oft nicht leisten können, den Betrieb stillzulegen, sagt der Spartenobmann für Hotellerie in der Tiroler Wirtschaftskammer, Harald Ultsch.

Ein Vorschlag wäre, leistbaren Wohnraum für Tirolerinnen und Tiroler in aufgelassenen Hotels zu schaffen. Das entlaste den Markt: "Die Wirtschaftskammer ist bestrebt, Szenarien zu schaffen, die einen Ausstieg ermöglichen. Bei uns in den Tälern gibt es auch einen Wohnbedarf und ich denke, dass man hier solche Lösungen anstreben soll."
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