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MO | 13.02.2012
Stefan Widauer (Bild: ORF)
INNSBRUCK
Lawinenopfer: "Wusste, dass es knapp wird"
Einen Tag nachdem er eine Stunde unter einer Lawine verschüttet war, hat der Extremsportler Stefan Widauer ein Interview gegeben: Er habe den Tod vor Augen gehabt. Ein schlechtes Gewissen wegen mangelnder Ausrüstung habe er nicht.
Trainingstour endete unter Lawine
Er gehe bis zu viermal in der Woche auf diesen Gipfel im Alpbachtal, erzählte Widauer. Deshalb habe er auch kein Lawinenpiepsgerät mitgehabt. Nach zwei Schwüngen habe er gemerkt, dass die Schneebindung schlecht sei.

Zunächst wurde er noch einige Meter mit der Lawine mitgerissen, dann stürzte er. Schließlich kam er eineinhalb Meter unter dem Schnee zu liegen. "Ich war wie einbetoniert", so Widauer.
Kleine Atemhöhle
"Ich hatte eine kleine Atemhöhle", beschrieb er die Situation. "Ich wusste aber, die geht auch irgendwann einmal zu Ende." Er habe versucht, ruhig zu bleiben, um wenig Sauerstoff zu verbrauchen. Irgendwann habe er eine Sonde an seinem Bein gespürt.

Nach insgesamt 50 Minuten wurde Widauer gerettet. Bei der Bergung sei er bewusstlos geworden, weil er CO2 eingeatmet habe, erzählte er am Montag. Aufgewacht ist er auf der Intensivstation der Innsbrucker Klinik. "Mir fehlt nichts", sagte er am Montag.
Widauer dankt ausdrücklich seinen Rettern.
"Kein schlechtes Gewissen"
Auf Kritik, dass er keine Lawinen-Notfallausrüstung mitgehabt habe, sagte Widauer: "Mein Verhalten hat nichts mit Leichtsinn zu tun."

Er gehe die Route fast täglich. An diesem Tag habe er die Lawinenwarnstufe nicht gewusst. In Zukunft werde er aber doch ein Lawinenverschüttetengerät mitnehmen, so Widauer.
Enormes Medieninteresse
Pressekonferenz im Spital (Bild: APA/Thomas Böhm)
Widauer bei der Pressekonferenz in der Innsbrucker Klinik.
Nach 50 Minuten aus Schneemassen geborgen
Der Tiroler war gegen 12.00 Uhr gemeinsam mit einem Begleiter in einen Steilhang am "Saupanzen" in der Wildschönau eingefahren. Während sein Gefährte sich aus dem Gefahrenbereich retten konnte, wurde der 29-Jährige von dem Schneebrett mitgerissen.
Lawine Wildschönau (Bild: ZOOM Tirol)
Starke Unterkühlung
Überlebt dank hervorragender Verfassung
Der Extremsportler war mit 27 Grad Körpertemperatur stark unterkühlt, sonst aber unverletzt geblieben. Dank einer Atemhöhle dürfte er den Lawinenabgang überlebt haben.

Aus der Innsbrucker Klinik hieß es am Montagmorgen, Widauer gehe es gut. Überlebt habe er die lange Verschüttung aber nur aufgrund seines hervorragenden Trainingszustandes.
Kein LVS-Gerät dabei gehabt
Die Ortung des Verschütteten gestaltete sich laut Bergrettung äußerst schwierig, weil er kein Lawinenverschüttetensuchgeräte bei sich hatte.
Im Einsatz standen Bergrettung, Alpinpolizei, Suchhunde und ein Rettungshubschrauber.
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