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MO | 13.02.2012
Lawine Wildschönau (Bild: ZOOM Tirol)
LAWINENOPFER
Bergrettung kritisiert Lawinenopfer
"Total egoistisches Verhalten" wirft der Chef der Bergrettung Tirol jenem Lawinenopfer vor, das am Sonntag eine Stunde unter Schneemassen überlebt hat. Der Mann sei ohne Notfallausrüstung unterwegs gewesen.
Peter Veider, Ausbildungsleiter und Geschäftsführer der Bergrettung Tirol. Bild: Gerald Lehner - bergrettung.at
Peter Veider, Leiter Bergrettung Tirol
Opfer ohne Sonde, Schaufel und Pieps
Der Geschäftsführer und Ausbildungsleiter der Bergrettung Tirol, Peter Veider, kritisiert das Lawinenopfer scharf: Dass man eine Stunde unter eine Lawine überlebt, sei die absolute Ausnahme, sagt Veider. Aber dieses "unverantwortungsvolle Verhalten hat kein Nachahmungspotenzial", so Veider.

Anlass zu Kritik ist, dass das Lawinenopfer ohne Notfallausrüstung zu einer Skitour aufgebrochen war. Der Extremsportler hatte laut Veider nicht einmal ein Standardnotfallset mit, also keine Schaufel, keine Sonde und kein Lawinenpiepsgerät. "Mit diesem Verhalten kann man verschütteten Kameraden nicht helfen und sich selbst nicht helfen lassen", kritisiert Veider scharf. Man gefährde dadurch sich selbst und andere.
Der Extremsportler überlebte eine Stunde unter Schneemassen. Er überlebte stark unterkühlt.
"Jede Minute zählt"
Bei der Rettung von Lawinenopfern zählt die Zeit: "Nach 15 Minuten beträgt die Überlebenschance noch 93 Prozent". Wenn der Verschüttete dann keine Atemhöhle hat, sei die Zeit abgelaufen, erklärt Veider. Falls man den Lawinenabgang überhaupt überlebt hat, weil viele Lawinenopfer schon aufgrund der mechanischen Belastung in der Lawine versterben.
Rat: Gute Vorbereitung
"Eine exakte Tourenplanung mit Wetterbericht und Lawinenbericht sollten am Beginn jeder Tour stehen", sagt Veider. Und das Notfallset gehört sowieso immer dazu.

Reingard Diermayr, tirol.ORF.at
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