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DI | 14.02.2012
Der Geisterfahrer im Strenger Tunnel (Bild: ASFINAG)
CHRONIK
Pole wurde wegen "Navi" zum Geisterfahrer
Im blinden Vertrauen auf sein Navigationsgerät wurde ein Pole im Strenger Tunnel zum Geisterfahrer. Der Urlauber hatte eine Ausfahrt verpasst, sein Navi empfahl ihm daraufhin das Umdrehen. Die Polizei überlegt Konsequenzen.
Laut Autobahnpolizei kam es auf der Strecke bereits mehrfach aus diesem Grund zu Geisterfahrern.
Überwachungskamera registrierte Aktion
Der 60-jährige Tourist war Samstagabend samt Ehefrau und fünfjähriger Tochter in Richtung Arlberg unterwegs, als er auf der S16 nach dem Quadratscher Tunnel die Ausfahrt Pians ins Paznauntal verpasste. In dem sieben Kilometer langen Tunnel wendete er in einer Nische. Doch offenbar erkannte er seinen Fehler und drehte ein zweites Mal um.

Die Überwachungskameras registrierten die Geisterfahrt, die Ampeln bei der Tunneleinfahrt wurden auf Rot geschaltet.

Wenig später konnte die Polizei den Polen aus dem Verkehr ziehen. Ein Alkotest verlief negativ. Der Mann gab sein Fehlverhalten sofort zu und musste 700 Euro Sicherheitsleistung hinterlegen. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand.
Holzedl: "Hersteller haben Datenmaterial nicht von ASFINAG."
Für ASFINAG kein Kartenproblem
Die ASFINSG bestätigte auf Anfrage von tirol.ORF.at eine Kooperation mit Herstellern von Navigationsgeräten. Die Übermittlung alter oder falscher Datengrundlagen an die Navi-Hersteller wurde von ASFINAG-Sprecher Alexander Holzedl aber ausgeschlossen. Wenn jemand noch im Tunnel wende, weil das Gerät "Bitte wenden" vorgebe, liege der Fehler sicher nicht bei der ASFINAG, so Holzedl.
In allen Fällen der jüngeren Vergangenheit, in denen es im Tunnel Geisterfahrer gegeben habe, hätten diese die Abzweigung ins Paznaun nicht gefunden.
Navi-Korrektur durch Bodenmarkierung?
Für Anton Koler, Leiter der Autobahnpolizei Imst, liegt der Fehler weniger in der zugrunde liegenden Datenbasis der Geräte als vielmehr im Wortlaut ihrer Anweisungen. Jener Deutschen, die Mitte Jänner zur Geisterfahrerin wurde, hatte das Navigationsgerät "Bei nächster Gelegenheit wenden" vorgegeben, was die Frau dann in einer Tunnelnische umsetzte. Beim Fall von Samstagabend hatte das Gerät dem Polen laut Koler "Bitte wenden" aufgetragen.

Die Autobahnpolizei überlegt jetzt längerfristige Maßnahmen. Zu überlegen seien eine entsprechende Bodenmarkierung in den Tunnelnischen und ein ausdrückliches Wendeverbot. Diesbezügliche Gespräche mit dem Straßenerhalter und der Behörde sollen in den kommenden Tagen folgen.
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