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DI | 14.02.2012
Per Navi zum Ziel (Bild: www.pixmania.pro.at)
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Technik ersetzt den gesunden Hausverstand
Innerhalb eines Monats sind zwei Autolenker im Strenger Tunnel zu Geisterfahrern geworden. Beide gaben die Schuld ihrem Navi. Psychologen sehen den Trend, dass der gesunde Menschenverstand immer mehr durch Technik verdrängt wird.
Keine Einzelfälle
Die deutsche Lenkerin und der polnische Lenker, die mitten im Strenger Tunnel auf Empfehlung ihres Navigationssystems gewendet hatten und zu Geisterfahrern wurden, sind kein Einzelfall.

Immer wieder gelangen Lenker, die blind dem Navi vertrauen, in prekäre Situationen, wie das deutsche Magazin "stern" (Online-Ausgabe) berichtete - etwas im Fall einiger Schweden, die anstatt auf der italienischen Sonneninsel Capri in Carpi mitten in der Poebene landeten. Ein anderer fuhr mit einem voll besetzten Wagen an der Anlegestelle der Autofähre in den Main.
Ohne Technik können sich viele nicht orientieren.
Fähigkeit zum Kartenlesen fehlt
Einen Grund dafür sieht der deutsche Psychologe Fritz Meyer-Gramcko in der abnehmenden Fähigkeit, sich mit Karten und ohne technische Hilfsmittel zu orientieren. Außerdem könne man diese Fähigkeit auch verlieren, wenn man sich nur noch auf die Technik verlasse.
Außenwelt wird nur noch über Sensoren wahrgenommen.
Menschen sind virtueller unterwegs
Viele würden der Technik mehr vertrauen als dem gesunden Menschenverstand, meint der Verkehrssoziologe Alfred Fuhr. Er vermutet hinter den sich häufenden Vorfällen oft eine ganze Fehlerkette: Viele seien gestresst und abgelenkt und würden dann automatisch ihrem Navi vertrauen.

Manches sei auch auf Selbstüberschätzung und Bequemlichkeit zurückzuführen, wenn vor einer Reise jegliche Routenplanung und das Kartenstudium entfallen, so Fuhr. "Durch die Navigationsgeräte sind die Menschen virtueller unterwegs und nehmen die reale Welt außerhalb des Fahrzeugs nur noch über Sensoren wahr."
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