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DI | 14.02.2012
Lawine (Bild: ORF)
SKIFAHREN
Lawinen: Italien löst Debatte über Strafen aus
Italien überlegt drastische Strafen für unvorsichtige Skifahrer. So sind Haftstrafen für Personen geplant, die eine Lawine auslösen. Hierzulande hält man wenig von derart strengen Strafen.
Italien: Das Gesetz sieht strenge Strafen vor
Nach acht Lawinentoten an einem Wochenende will die Regierung in Rom ein strengeres Gesetz: Demnach sind Haftstrafen für Personen vorgesehen, die eine Lawine auslösen, die Todesopfer fordert. Skifahrern, die bei gefährlichen Bedingungen abseits der Pisten unterwegs sind, droht eine Geldstrafe bis zu 5.000 Euro.
Peter Veider, Ausbildungsleiter und Geschäftsführer der Bergrettung Tirol. Bild: Gerald Lehner - bergrettung.at Bergrettung: Prävention und Aufklärung
Für die italienischen Vorhaben hat der Geschäftsführer der Bergrettung Tirol, Peter Veider, gar nichts übrig. Das führe in eine falsche Richtung, sagt Veider gegenüber tirol.ORF.at. Fahrerflucht nach einem Lawinenabgang werde damit begünstigt.

Er hält viel mehr von Aufklärung und Prävention. Deshalb kann er sich auch vorstellen, dass etwa Personen zu einer Lawinenschulung verpflichtet werden, die trotz Verbots oder Sperre eine Variante im freien Gelände fahren.

Karl Gabl, Präsident des Kuratoriums für Alpine Sicherheit, ist gegen eine Kriminalisierung von Wintersportlern. Die vorhandenden Standards für Bergführer und Alpinisten seien ausreichend.
Hilfsteam durchsucht Lawine (Bild: ORF) Keine Gesetzesänderung geplant
In den Büros von Katastrophenschutzlandesrat Anton Steixner (ÖVP) und von Sportlandesrat Hannes Gschwentner (SPÖ) verweist man darauf, dass derart strenge Gesetze nicht in die Zuständigkeit der Bundesländer fallen. Denn diese würden das Strafrecht betreffen.

Auf Anfrage von tirol.ORF.at heißt es im Büro von Sportminister Norbert Darabos (SPÖ), dass derzeit keine Änderung im Strafrecht für verantwortungslose Skifahrer geplant sei.

Das Strafrecht biete auch derzeit die Möglichkeit, "wegen fahrlässiger Tötung" auch verantwortungslose Skifahrer, die eine Lawine auslösen, zur Verantwortung zu ziehen.
Bild: APA/Parigger Messner: "Hysterische Reaktion"
Der Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner sieht den Plan äußerst kritisch: Mit derartigen Gesetzesinitiativen wird dem "Alpinismus der Garaus gemacht".

Jeder Bürger trage Verantwortung gegenüber den anderen, "auch die, die Bergsport betreiben". Es brauche kein neues Gesetz, so Messner, sondern vielmehr eine bessere Aufklärung darüber, "wo Tourismus aufhört und wo professioneller Bergsport anfängt."
Widerstand in Südtirol
Südtirols Bergführer und Politiker sprechen von wahnwitzigen realitätsfremden römischen Phantasien. Alpinlandesrat Hans Berger findet, dass statt einer "Überreglementierung" vielmehr die "Eigenverantwortung" im Alpinsport durch Information und Aufklärung gestärkt werden solle.

Beitrag: Südtirol Heute, 8. 2. 2010
Internet-Frage:
Was halten sie von Haftstrafen für Personen, die eine Lawine mit Todesopfern auslösen?
Ich bin dafür
Ich bin dagegen
Reingard Diermayr, tirol.ORF.at
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