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FORSCHUNG |
10.02.2010 |
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Verschüttete vom Hubschrauber aus orten
Ein in Innsbruck entwickeltes Ortungssystem für Verschüttete steht kurz vor seiner Markteinführung. Mittels Radar und einer speziellen Software kann das System von einem Hubschrauber aus Lawinenopfer entdecken.
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 Die Signale des Ortungssystems werden in Echtzeit auf einen Laptop im Hubschrauber übertragen. |
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Ergänzung zu herkömmlichen Methoden
Die Suche nach Verschütteten ist für die Einsatzkräfte häufig sehr gefährlich, zudem personalintensiv und teilweise auch zeitaufwändig. Deshalb hat das alpS, Zentrum für Naturgefahren in Innsbruck, gemeinsam mit der Universität Innsbruck in mehrjähriger Forschungsarbeit ein Radargerät entwickelt, das Verschüttete von der Luft aus orten kann.
PASS – Personal Avalanche Secure System soll und kann herkömmliche Methoden wie den Pieps oder das Sondieren nicht ersetzen, stellt Eric Veulliet vom AlpS gegenüber tirol.ORF.at klar. Vorteile des Systems sind jedoch, dass Verschüttete relativ präzise geortet werden können, es daher weniger Einsatzkräfte braucht und die Kosten minimiert werden könnten.
System hat sich in Tests bewährt
In etlichen Versuchen wurde die Ortung von Verschütteten bereits erfolgreich getestet. Probanden waren Mitglieder der Bergrettung bzw. dienten auch Wassersäcke als Testobjekte.
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 Durch die am Hubschrauber angebrachte Radarantenne werden hochfrequente Impulse auf einen Lawinenkegel gerichtet. Dabei wird das Gelände rasterförmig überflogen. Die ausgestrahlten Signale dringen im trockenen Schnee bis zu zehn Meter tief ein und reflektieren an Hindernissen.
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Automatisierte Ortung möglich
Herzstück des Systems ist eine spezielle, maßgeblich an der Universität Innsbruck entwickelte Software, welche in Echtzeit die Mächtigkeit der Schneedecke auf einem Bildschirm anzeigt und Verschüttete automatisiert darin ortet.
Lebendbergung noch eher unwahrscheinlich
Auf Grund des geringen Zeitfensters bei der Suche nach überlebenden Verschütteten ist eine Lebendbergung mit dem "PASS" in nähere Zukunft noch eher unwahrscheinlich. Es wird aber, so Veulliet, das Gerät auch nach der Markteinführung in Punkto Bedienerfreundlichkeit und Montage am Hubschrauber ständig weiter entwickelt werden.
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Schon ab Frühjahr 2010 im Einsatz
Die notwendige luftfahrtbehördliche Zertifizierung des Systems dürfte bis Anfang März 2010 abgeschlossen sein. Anschließend soll es in einer Zusammenarbeit mit den entsprechenden Rettungsorganisationen unter Realbedingungen testweise eingesetzt werden.
Preis für das Gerät noch offen
Das PASS wird zukünftig durch den Entwicklungspartner Wintertechnik Engineering GmbH weltweit vertrieben. Wieviel das Gerät kosten wird, steht laut Veulliet noch nicht exakt fest, aber sicher nicht unter 50.000 Euro. Ähnlich viel, so der alpS-Chef, koste aber oft auch ein einziger Sucheinsatz. Das hätten volkswirtschaftliche Rechenbeispiele ergeben.
Stefan Lindner; tirol.ORF.at
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