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MO | 13.02.2012
Kirchenbänke (Bild: ORF)
KIRCHE
Diözese reagiert: Versetzter Priester beurlaubt
Die Diözese Innsbruck hat 30 Jahre nach einem Missbrauchsfall in einem Vorarlberger Internat reagiert. Der geständige Ordensmann wurde damals nach Tirol versetzt und übte seither das Priesteramt aus. Nun wurde der 74-Jährige beurlaubt.
Jakob Bürgler (Bild: Diözese IBK)
Generalvikar Jakob Bürgler nahm auf Fragen von tirol.ORF.at ausführlich Stellung.
Pfarrgemeinderat wird informiert
Nach seiner Versetzung von Vorarlberg ins Tiroler Stift Stams übernahm der Ordensmann eine oberländer Pfarre und war seitdem als Priester tätig. Die aktuelle Situation ließ die Diözese aber handeln. "Der betroffene Priester ist aufgrund der derzeitigen Situation vom seelsorglichen Dienst beurlaubt", so Generalvikar Jakob Bürgler von der Dözese Innsbruck in dem Schreiben an tirol.ORF.at.

"Wir stehen mit dem betroffenen Pfarrer in Kontakt. Wir werden auch den Pfarrgemeinderat der Pfarre umgehend informieren und gemeinsam überlegen, wie es weitergehen soll", so Bürgler weiter.
"Die Veränderung des Einsatzgebietes war nach damaliger Fachkenntnis die entsprechende Konsequenz."
Versetzung nach Missbrauch
"Der betroffene Seelsorger hat den Missbrauch, der vor ca. 30 Jahren stattgefunden hat, gestanden. Nach der Konfrontation und in Absprache mit der Familie des Betroffenen sind damals schon klare und konkrete Schritte im therapeutischen Bereich ergriffen worden. Die Veränderung des Einsatzgebietes war nach damaliger Fachkenntnis die entsprechende Konsequenz. Der betroffene Seelsorger ist dann mit großer Wachsamkeit und Aufmerksamkeit begleitet worden," schreibt Generalvikar Jakob Bürgler an tirol.ORF.at.

Und weiter heißt es in dem Schreiben: "Die Tatsache, dass es nach unserer Kenntnis seit dem damaligen Missbrauch keine weiteren Vorfälle gegeben hat, macht deutlich, dass damals verantwortungsbewusst gehandelt worden ist. Da sich der betroffene Priester seiner Schuld gestellt und sie "aufgearbeitet" hat, war es für die Diözese damals ein Anliegen, einen Neuanfang möglich zu machen."
Heute würde Kirche anders reagieren
"Die Versetzung eines Priesters, der einen Kindesmissbrauch begangen hat, in eine andere Diözese, in der er wieder als Priester tätig ist, war nach damaligem Stand des Wissens ein klares und eindeutiges Signal. Heute wird eine derartige Vorgangsweise ohne weitere Konsequenzen nicht mehr gewählt", so der Generalvikar weiter.
Eltern haben damals auf Anzeige verzichtet
Kirchenintern war der Fall in den 80er Jahren bekannt geworden, weil die Eltern des Schülers den damaligen Abt des Klosters Mehrerau über den Missbrauch informierten. Sie hätten aber auf eine Anzeige verzichtet - unter der Bedingung, dass Mehrerau den Pater sofort von der Schule abziehe. Dies sei durch die Versetzung nach Tirol erfolgt. Das Kloster habe den Innsbrucker Bischof damals über diesen Schritt informiert.
Weiterer Missbrauch in Innsbruck
Laut Abt Anselm vom Kloster Mehrerau gab es einen weiteren Missbrauchsfall im Jahr 2001 durch einen Mehrerauer Pater. Dieser hat den Angaben zufolge in Innsbruck studiert und dort ohne Erlaubnis des Abtes Nachhilfe erteilt. Im Zuge dessen habe er einen Burschen aus dem Drogenmilieu missbraucht.

Der damalige Abt habe den Pater sofort suspendiert, dieser sei gerichtlich verurteilt worden, so Abt Anselm. Allerdings lehne der Mann bis heute eine Therapie ab. Gegenwärtig laufe gegen ihn das Laisierungsverfahren, also das Verfahren zur Aberkennung der priesterlichen Rechte und Pflichten.

Reingard Diermayr, tirol.ORF.at
Ombudsstelle Diözese Innsbruck
Ombudsstelle bei Missbrauch und Gewalt durch kirchliche Verantwortliche bei der Diözese Innsbruck

Kontakt
Hans Tauscher und Karin Urban
Riedgasse 9
6020 Innsbruck
Tel.: 0512/2230.2120
hans.tauscher@dibk.at
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