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CHRONIK |
20.07.2010 |
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Ignorierten Passanten verletzten Alt-LH Partl?
Tirols Alt-Landeshauptmann Alois Partl ist mehrere Stunden lang schwer verletzt in einer Innsbrucker Tiefgarage gelegen, ohne dass ihm Passanten Erste Hilfe geleistet hätten. Jetzt gibt es ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung.
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Partl ist inzwischen wieder genesen. |
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Kletterten Garagenbenützer über Verletzten?
Partl hatte sich bei einem Sturz einen Schädelbasisbruch, eine Gehirnblutung und mehrere Platzwunden zugezogen. Die Passanten seien "wahrscheinlich über mich drübergeklettert, weil ich ja mitten im Weg lag", wurde Partl in der "Tiroler Tageszeitung" ("TT") zitiert. Er war bewusstlos auf den Stiegen gelegen.
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Der Alt-Landeshauptmann im Interview
Gegenüber Tirol heute schildert Partl den Vorfall. Er habe an einer Veranstaltung teilgenommen und sei anschließend über eine Treppe in die Garage gegangen. Nach seinem Sturz lag er mehrere Stunden blutend an Ort und Stelle. Nachdem er in der Klinik wieder zu sich kam, habe er sich gewundert, dass Dutzende Menschen an ihm vorbeigegangen sein mussten. Dies sei nur so vorstellbar, dass "niemand anstreifen" wollte, sagt Partl im Gespräch mit Reingard Diermayr.
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Passanten sind gesetzlich dazu verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten. |
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Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung
Die Staatsanwaltschaft Innsbruck leitet nun ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung gegen unbekannt ein. Die Polizei wird mit Ermittlungen beauftragt.
"Man muss etwas tun, das Mindeste ist, die Rettung zu rufen", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck, Hansjörg Mayr.
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Strafe bei unterlassener Hilfeleistung
Das Strafausmaß bei unterlassener Hilfeleistung reiche bis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe oder 360 Tagsätzen Geldstrafe, erklärte Mayr.
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1.500 Aus- und Einfahrten am Tag. |
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Gut frequentierte Garage
Der Garagenbetreiber BOE war über den Vorfall nicht informiert. Die Statistik für jenen Tag zeige, dass es 783 Einfahrten und gleich viele Ausfahrten gegeben habe.
Da einzelne Garagenzugänge wegen der Renovierung des Landhausplatzes gesperrt waren, geht Hubert Kohler von BOE davon aus, dass rein statistisch etwa alle zwei Minuten ein Passant bei einem Ausgang vorbeigekommen sein muss.
Kohler schließt allerdings nicht aus, dass der Alt-Landeshauptmann wegen der Renovierung des Landhausplatzes eventuell irrtümlich einen gesperrten Eingang benützt habe, an dem kaum jemand vorbeikomme. Das stellt Partl selbst in Abrede.
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Wieder guter Dinge
Seiner Meinung nach sei der Abgang, den er benützt habe, einer der am stärksten frequentierten, sagte Partl im Interview. Er schätze Innsbruck Tiefgaragen, woll dort aber nicht für längere Zeit einziehen, scherzt ein wieder genesener Partl.
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_small.jpg) Rotes Kreuz: Höchstens jeder Dritte hilft im Notfall. |
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Studie: Erste Hilfe nicht selbstverständlich
Das Rote Kreuz gibt immer wieder Studien über die Hilfsbereitschaft der Österreicher in Auftrag. Demnach würden nur 28 Prozent der Österreicher "auf jeden Fall" Erste Hilfe leisten, 32 Prozent sagen "eher doch". Rettungssanitäter und Notärzte des Roten Kreuzes gehen jedoch aus ihrer Erfahrung davon aus, dass in Wirklichkeit wesentlich weniger Menschen bereit sind, Erste Hilfe zu leisten.
Das Rote Kreuz geht von etwa zehn Prozent Passanten aus, die auf der Straße stehen bleiben würden, um tatsächlich jemandem zu helfen.
Der am häufigsten genannte Grund, weshalb Menschen keine Erste Hilfe leisten, ist nach Rotkreuz-Informationen, dass sie Angst haben, etwas falsch zu machen. Dabei sei mit einem Anruf bei der Rettung und dadurch, dass die verletzte Person in die stabile Seitenlage gebracht wird, schon sehr viel erreicht, hieß es vom Roten Kreuz.
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