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MO | 13.02.2012
Ötzi (Bild:Südtiroler Archäologiemuseum)
WISSENSCHAFT
Ötzis gesamtes Erbgut entschlüsselt
Wissenschafter aus Südtirol und Deutschland erforschen das DNA-Material der über 5.300 Jahre alten Gletscherleiche "Ötzi". Dabei geht es auch um die Frage, ob es genetische Nachfahren von Ötzi gibt und wo diese heute leben.
Mit Knochenprobe wird DNA-Bibliothek erstellt.
Auf der Suche nach Ötzi-Nachfahren
Knochenproben wurden entnommen und entschlüsselt. Die Ergebnisse der daraus entstandenen "DNA-Bibliothek" sollen nächstes Jahr präsentiert werden.

Die riesigen Datenmengen, die nun vorliegen, sollen nach ihrer bioinformatischen Aufarbeitung viele Fragen beantworten. Untersucht wird unter anderem, welche genetischen Mutationen zwischen früheren und heutigen Populationen stattfanden oder welche Rückschlüsse man aus der Untersuchung von Ötzis Genmaterial und seinen Krankheitsveranlagungen auf heutige Erbkrankheiten oder andere heutige Erkrankungen wie Diabetes oder Krebs ziehen könne.
Vor 20 Jahren wurde Ötzi durch Zufall in den Ötztaler Alpen entdeckt.
Gesamtes Erbgut liegt vor
Wissenschafter haben erstmals das gesamte Erbgut von "Ötzi" entschlüsselt. An der Erforschung beteiligt sind Albert Zink, der Leiter des EURAC-Instituts für Mumien und den Iceman in Bozen, Carsten Pusch vom Institut für Humangenetik der Universität Tübingen und der Bioinformatiker Andreas Keller vom Biotechnologie-Unternehmen "febit" in Heidelberg.
Neue Technologie zum ersten Mal bei Ötzi angewandt.
Modernste Technologie
Das Forscherteam entschlüsselte die Millionen an Sequenzdaten des Ötzi-Genoms in kürzester Zeit. Mit der Knochenprobe aus dem Becken der Eismumie sei mit der neuen Sequenzier-Technologie "SOLiD" die DNA-Bibliothek erstellt worden, die den mit Abstand größten DNA-Datensatz enthalte, der jemals vom Mann aus dem Eis erarbeitet worden sei.
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