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MO | 13.02.2012
Tirol Milch (Bild: TIMI)
WIRTSCHAFT
Tirol Milch - Gespräche mit Milkon in Bozen
Bei der Tirol Milch wird hinter den Kulissen eifrig an der Zukunft des Unternehmens gebastelt. Neben den Verhandlungen mit der Berglandmilch gibt es wie angekündigt auch mit anderen Molkereien Gespräche. Eines findet heute in Bozen statt.
Landesrat Anton Steixner (Bild: ORF)
Agrarlandesrat
Anton Steixner
Steixner: "Es fehlt ein wenig der Kampfgeist"
Noch hat man im Landhaus die Eigenständigkeit der Tirol Milch nicht abgeschrieben. Vor allem Agrarlandesrat Anton Steixner will alle Möglichkeiten abseits einer Fusion mit der Berglandmilch ernsthaft geprüft wissen: "Es fehlt ein wenig der Kampfgeist, was die Eigenständigkeit der Tirol Milch angeht. Sollte sich keine Kooperation als sinnvoll erweisen, ist eine Fusion ohnedies die einzige Lösung."

Steixner macht kein Geheimnis daraus, dass er in einer Kooperation mit der Südtiroler Milkon gute Chancen für die Tirol Milch sieht. Dort hat man aber bereits vergangene Woche abgewunken. Lediglich Kooperationen in geringem Ausmaß seien für die Südtiroler denkbar, hieß es bei Milkon und ließ auch Landeshauptmann Luis Durnwalder wissen.
Erneut Gespräch der beiden Landeshauptleute
Dass die Tirol Milch am Dienstag erneut Thema bei einem Treffen der beiden Landeshauptleute war, könnte ein Indiz dafür sein, dass hinter den Kulissen doch noch über eine Nord-Südtiroler Milchehe verhandelt wird - mit einem gemeinsamen Innovationszentrum und einem gemeinsamen Tochterunternehmen für die Versandmilchverarbeitung, wie Steixner vorschlägt.

Steixner sieht in Italien jedenfalls einen interessanten Exportmarkt für die Tirol Milch. Zudem sei dort der Milchpreis relativ stabil. Südtiroler Bauern erhalten derzeit deutlich über 40 Cent pro Liter Milch - ein Preis, den die Tirol Milch schon lange nicht mehr zahlen kann.

Umgekehrt wird derzeit die Tirol Milch in Südtiroler Geschäften deutlich billiger angeboten als jene der Milkon. Eine Tatsache, die zuletzt nicht gerade förderlich für das Verhältnis zwischen Nord und Süd war.
Stefan Lindner (Bild: ORF)
TiMi-Obmann
Stefan Lindner
Für Lindner Berglandmilch-Fusion erste Option
Heute Nachmittag wird Anton Steixner gemeinsam mit Tirol Milch Obmann Stefan Lindner in Bozen eine mögliche Kooperation diskutieren. Lindner allerdings dämpft die Erwartungen - für ihn ist die Fusion mit der Berglandmilch derzeit die erste Option. Und in Oberösterreich bereitet man schon die Eingliederung der Tirol Milch vor.

In der Diskussion um den Standort Lienz erklärte unterdessen Josef Braunshofer, Generaldirektor der Berglandmilch, dass die Berglandmilch im Fall eines Zusammenschlusses mit der Tirol Milch nicht vor habe, den Standort Lienz zu schließen. Zu überlegen sei aber, was dort produziert werden könnte. Naheliegen würde eine Spezialkäserei, so Braunshofer.

Über einen Zusammenschluss entscheiden werden letztendlich die delegierten Milchbauern selbst. Die mit Spannung erwartete Vollversammlung wird Mitte September stattfinden.

Stefan Lindner; tirol.ORF.at
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