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MI | 11.04.2012
Luis Durnwalder (Bild: ORF)
SÜDTIROL
150 Jahre Italien: Südtirol bei Feier nicht dabei
Südtirol wird an den Feierlichkeiten zum 150. Jubiläum der nationalen Einheit Italiens nicht teilnehmen. Dafür erntet Südtirol auch Kritik. "Das kann niemand von uns verlangen", sagte Südtirols LH Luis Durnwalder am Montag.
Die Feierlichkeiten werden am 17. März begangen.
Durnwalder hat Einladung bekommen
Von Südtirol könne nicht erwartet werden, die Abtrennung von Österreich zu feiern. Er habe eine Einladung bekommen, werde aber entsprechend erklären, dass Südtirol keinen Grund habe, da mitzumachen, erklärte Südtirols Landeshauptmann.

"Ich denke, es wird jeder verstehen, wenn wir dieses Jubiläum nicht offiziell begehen, nachdem '150 Jahre Italien' für uns auch verbunden ist mit der erzwungenen Angliederung Südtirols an Italien, mit der Verweigerung der Selbstbestimmung nach dem Zweiten Weltkrieg oder der bewusst falschen Auslegung des Ersten Autonomiestatuts", erklärte Durnwalder.
Verständnis für Italiener, die feiern wollen
Auch wenn sich das Land nicht offiziell an den Feierlichkeiten beteilige, habe man Verständnis für die Italiener im Land, die das Jubiläum begehen wollten. "Wir werden Feierlichkeiten selbstverständlich weder verbieten noch in irgendeiner Weise behindern", so Durnwalder. Ähnliches gelte für die italienischen Mitglieder der Landesregierung. Auch ihnen sei es erlaubt, an Feierlichkeiten zum Jubiläum der Einheit Italiens teilzunehmen. Allerdings würden sie in diesem Fall nicht offiziell das Land Südtirol vertreten.
150 Jahre Italien
Im Laufe des Jahres sind mehrere Veranstaltungen zu Ehren der "Unita", der nationalen Einheit Italiens, vorgesehen. Ein Höhepunkt sollen die Gedenkzeremonien am 17. März in Turin sein. An diesem Tag wurde im Jahr 1861 das Königreich Italien ausgerufen.
Beschluss der Landesregierung
Dass das Land Südtirol offiziell nicht an den Feierlichkeiten teilnimmt, hat die Landesregierung am Montag beschlossen. Die Nicht-Beteiligung sei allerdings in keinem Fall gleichzusetzen mit einem Feier-Verbot, so Landeshauptmann Luis Durnwalder.
Kritik an der Nicht-Teilnahme
Der Turiner Bürgermeister Sergio Chiamparino, der zum Organisationskomitee der Feierlichkeiten gehört, sagt: "Ich finde es besorgniserregend, dass Südtirol, das Italien mit der größten Autonomie, sowohl im finanziellen, als auch im kulturellen und sprachlichen Bereich angehört, nicht an den Feierlichkeiten jener Gemeinschaft teilnehmen will, die ihm, diese Autonomie zugesprochen hat."

"Ich bedauere diese Position, weil die deutschsprachige Minderheit in Südtirol stets den Willen ausgedrückt hat, zu Italien zu gehören", sagte Italiens Ex-Premier Giuliano Amato, Präsident des Komitees für die Organisation der Veranstaltungen zu Ehren der "Unita".

Verteidigungsminister Ignazio La Russa zeigte sich überzeugt, dass die Italiener in Bozen die nationale Einheit feiern werden, "denn Bozen gehört mit Sicherheit zu Italien."
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