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MI | 11.04.2012
Medikamenten-Verkauf in der Apotheke (Bild: ORF)
GESUNDHEIT
e-Medikation bereitet Konfusion in Apotheken
In Tirol scheint es gravierende Probleme mit der probeweisen Einführung der e-Medikation zu geben. Der Präsident der Tiroler Apothekerkammer sprach von einem "generellen Nichtfunktionieren".
Pilotregionen quer durch ganz Österreich.
Keine Datenleitung verfügbar
Er sei ein Freund des Systems, aber er habe noch nicht einmal eine Leitung, sagte Martin Hochstöger, Präsident der Tiroler Apothekerkammer. "Es gibt derzeit keine Apotheke, wo das läuft", sagte Hochstöger gegenüber der APA.

Man informiere die Bevölkerung, dass die e-Medikations-Pilotversuche mit 1. April in Wien, in Wels-Stadt, Wels-Land, in Oberösterreich sowie in Tirol in den Bezirken Reutte, Imst und Landeck mit rund 500.000 Krankenversicherten starten würden, doch, so der Standesvertreter: "Nichts geht los. Das ist der teuerste Aprilscherz der Republik Österreich im Jahr 2011."
Effizientere Behandlung durch e-Medikation
Im Rahmen der e-Medikation sollen Krankenversicherte einer Erfassung ihrer Medikamente beim Arzt und in der Apotheke und deren zentraler Speicherung zustimmen können. Damit soll eine elektronische Prüfung auf mögliche Wechselwirkungen und Mehrfachverschreibungen an allen beteiligten Stellen (Arztordinationen, Apotheken und Krankenhäuser) möglich werden.

Die Pilotversuche sind für neun Monate geplant. Teilnehmen werden vorerst als Abwickler rund 100 niedergelassene Ärzte, etwa 50 öffentliche Apotheken und sechs Krankenanstalten (letztere zum Teil nicht mit allen Funktionen des Systems).
"Weiß nicht wohin, bin dafür schneller dort"
Apothekerkammerpräsident Martin Hochstöger zitierte gegenüber Helmut Qualtinger: "Ich weiß zwar nicht, wo ich hinfahr', aber dafür bin ich schneller dort." Das System laufe derzeit nicht.
Ab Freitag sollen die Apotheken mit wenigen Ausnahmen angschlossen sein.
Österreichische Kammer sieht keine Probleme
In der Österreichischen Apothekerkammer sprach man am Donnerstag von einem ganz anderen Funktionsstatus des Systems in den Pilotregionen.

Eine Sprecherin: "In Tirol werden am Freitag von zwölf Apotheken elf angeschlossen sein." Von den geplanten rund 50 Apotheken österreichweit sei das System in 40 vorhanden. Man befinde sich im Zeitplan.
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