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MI | 11.04.2012
Ötzi - Mumie im Archäologiemuseum (Bild: APA/Parigger)
CHRONIK
Südtirol feiert 20 Jahre Ötzi-Entdeckung
Am 19. September jährt sich der Sensationsfund aus dem Südtiroler Teil der Ötztaler Alpen zum 20. Mal. Südtirol organisiert dazu zahlreiche Veranstaltungen. Eine Sonderschau im Bozner Archäologiemuseum läuft noch bis Mitte Jänner.
Techniken aus der Kupferzeit selbst ausprobieren.
5.000 Jahre alte Eisleiche
Die Sonderausstellung "Ötzi hoch 20 - Life.Science.Fiction.Reality" soll Besuchern Einblick in Ötzis Leben und in den aktuellen Stand der Forschung rund um den Mann aus der Kupferzeit ermöglichen. Am Jahrestag gibt es einen Tag der offenen Tür mit freiem Eintritt. Ein ganzes Wochenende lang kann man zudem die Techniken und Kunstfertigkeit der Menschen aus der Kupferzeit selbst ausprobieren.
Besucherin mit interaktivem Ötzi-Bild (Bild: APA/Parigger Robert)
Im Bereich "sience" besteht beispielsweise für Besucher die Möglichkeit, an einer interaktiven und multimedialen Station Untersuchungen an der Mumie durchzuführen. Über einen Touchscreen öffnet sich der virtuelle Körper der Leiche.
Vier Etagen mit Themen-Schwerpunkten
Die Ausstellung zeigt auf 1.200 Quadratmetern Ausstellungsfläche und insgesamt vier Etagen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, aber auch Kurioses und Absurdes rund um den Mann aus dem Eis. Jede der Ebenen steht jeweils unter einem der Themen "life, science, fiction und reality".

Daneben werden den Besuchern Einblicke in die Lebensumstände in der Kupferzeit vermittelt. Unter anderem erfährt man neben dem typischen Speiseplan, dass die Menschen damals ihre Ziegenmilch mit einem Quirl aus Kiefernholz geschäumt haben.
Aktueller Stand der Ötzi-Forschung
Ein weiterer Teil in diesem Bereich widmet sich dem aktuellen Forschungsstand. Die Entschlüsselung der DNA durch das EURAC-Institut für Mumienforschung nimmt dabei eine zentrale Stellung ein. Verschiedene Erkenntnisse wie Augen- und Haarfarbe sind in die Sonderausstellung eingeflossen. Durch die DNA-Analyse habe sich beispielsweise herausgestellt, dass Ötzis Augenfarbe braun und nicht blau gewesen sei.
Ötzi-Rekonstruktion (Bild: APA/Robert Parigger) Kuriositäten und eine Variante des Gesichts
Herzstück der Sonderschau ist die neue Rekonstruktion des Mannes aus dem Eis. Ötzi wurde von den niederländischen Experten Alfons und Adrie Kennis auf Basis der Daten einer computertomographischen Untersuchung und mit Hilfe einer Stereolithographie des Schädels dreidimensional in Kunststoff nachgebaut. Auch der Kriminalfall Ötzi rund um das "Pfeilspitzenattentat" wird in der Ausstellung neu aufgerollt.

In einer weiteren Etage besteht die Möglichkeit, Einblick in die Archive der Universität Innsbruck und des Archäologiemuseums Bozen zu nehmen und die zahlreichen außergewöhnlichen, zum Teil kuriosen Briefe, Medienberichte, Dokumente und Bücher im Umfeld der Funde des Eismannes zu betrachten. Gezeigt werden neben verschiedener Ötzi-Souvenirs wie Energydrink und Eis auch die Geschichten jener Menschen, die glauben, eine Reinkarnation der Gletschermumie zu sein.
Diskussion über die Folgen des Fundes
Im Archeopark im Schnalstal gab es am 16. September einen Jubiläumsgipfel und ein Kamingespräch. Dabei diskutierten Zeitzeugen über die Folgen und Auswirkungen der Entdeckung. Im Archeopark finden außerdem am 19. September Mitmachaktionen im Freilichtbereich für Kinder und Erwachsene statt.
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