Tirol ORF.at
MI | 11.04.2012
Blindenschleife (Bild: APA/Harald Schneider)
BILDUNG
Behinderte als "Spezialisten" für Beratung
Niemand kann einen Blinden oder einen Hörgeschädigten besser beraten als jemand, der selbst kaum sieht oder hört. An Menschen mit Behinderung, die einen Job in der Behindertenberatung anstreben, richtet sich ein neuer Kurs in Innsbruck.
Qualifizierung für Beratungstätigkeit.
Arbeitgeber: Verwaltung und Beratungsbüros
Bundessozialamt, Lebenshilfe, Behindertenanwaltschaft, Landesregierung – Menschen mit Behinderung sind in vielen Institutionen als Berater erwünscht, da niemand die Anliegen der Klienten besser kennt als Betroffene selbst: "Peer-Berater" heißen sie im Fachjargon.

Sie sind gewissermaßen die Spezialisten für Alltagsprobleme mit einer chronischen Krankheit oder Behinderung. Um auch als Berater oder Beraterin arbeiten zu können, müssen sie selbst erst beraten lernen und sich für die Anforderungen dieser Arbeit qualifizieren.
Mann und Frau üben Beratungssituation (Bild: innovia)
Die künftige Beratungstätigkeit wird im Kurs geübt.
Mit Selbstwert zu selbstbestimmtem Leben.
Neuer Standard in der Sozialarbeit
In der oberösterreichischen Sozialarbeit hat sich Peer-Beratung bereits etabliert. Die Ausbildung in Innsbruck orientiert sich an den oberösterreichischen Standards.

Hintergrund dieser Beratungsmethode ist der Empowerment-Gedanke: Behinderte unterstützen Behinderte, eigene Problemlösungen zu entwickeln. Peer-Beratung soll Menschen in ihrem Selbstwertgefühl stärken und sie zu einem selbstbestimmten Leben ermutigen.

Ulrike Finkenstedt, tirol.ORF.at
Tag der offenen Tür
Die Ausbildung an der innovia Akademie dauert rund ein Jahr, umfasst acht Module für Theorie und Praxis. Die Kosten können unter Umständen übernommen werden.

Am 21. September findet dazu an der innovia Akademie in Innsbruck ein Tag der Offenen Tür statt, bei dem sich Interessierte informieren können.
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