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MI | 11.04.2012
Betende in einer Moschee (Bild: APA)
CHRONIK
Mögliche Schließung der Wörgler Moschee
Die Moschee in Wörgl, ein Gebetshaus für Moslems könnte geschlossen werden. Das bestätigt der Wörgler Stadtbauamtsleiter gegenüber dem ORF Tirol. Grund ist der mögliche Verstoß gegen den Flächenwidmungsplan.
Moschee mitten in der Stadt
Seit acht Jahren gibt es die Moschee in der Wörgler Michael Unterguggenbergerstraße, also mitten in der Stadt. Jetzt könnten die Tage des Gebetshauses, das vom Verein Atib, dem Türkisch-Islamischen Verein für kulturelle und soziale Zusammenarbeit betrieben wird, gezählt sein. Es läuft ein Verfahren des Stadtbauamtes, bestätigt am Freitag der Wörgler Stadtbauamtsleiter Johann Peter Egerbacher. Der Baubescheid aus dem Jahr 2003 könnte damit aufgehoben werden.
Zuviele Moslems, die nicht Anrainer sind
Im Verfahren überprüft wird, ob diese Moschee im Wohngebiet zulässig ist oder nicht, erklärt Egerbacher. Es dürfen laut Flächenwidmungsplan mehrheitlich nur jene Moslems die Moschee besuchen, die in unmittelbarer Nähe wohnen. Es bestehe der Verdacht, dass dem nicht so sei, dass mehrheitlich Moslems von weiter her, etwa aus Umlandgemeinden in diese Moschee kommen, so der Stadtbauamtsleiter.
Anwalt Clemens Lintschinger (Bild: wirtschaftsanwälte.at)
Der Anwalt des Vereines Atib Clemens Lintschinger.
Atib: "Argumentation sehr bedenklich"
Der Anwalt des Vereines Atib Clemens Lintschinger hält die Argumentation der Behörde für sehr bedenklich. Würde die Argumentation der Behörde rechtskräftig werden, die Moschee schließen müssen, hätte das weitreichende Folgen, so Lintschinger:

"Man könnte damit in Tirol als nichtkatholische Kirche eigentlich keinen Gebetsraum mehr errichten, weil es kein Gebiet in Tirol gibt, wo eine andere Religion als die katholische eine Mehrheit hat. Das kann es ja wohl nicht sein.
Vielleicht stellt sich die Behörde vor, dass etwa beim Freitagsgebet eine Namensliste durchgereicht wird, und wenn jemand aus Kufstein dabei ist, muss er weggewiesen werden."

Der Anwalt glaubt, dass sich das Stadtbauamt auf rechtlich "dünnem Eis" bewege.
Aufwendiges Verfahren
Wann das Verfahren abgeschlossen sein wird, weiß der Stadtbauamtsleiter nicht, es handle sich um ein sehr aufwendiges Verfahren, das entweder mit einem neuen Baubescheid oder mit der Schließung der Wörgler Moschee endet.

Brita Bauer; tirol.ORF.at
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