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MI | 11.04.2012
Gericht (Bild: ORF)
CHRONIK
Langjährige Haft für argentinische Bankräuber
Im Prozess gegen zwei Argentinier, die 2009 und 2010 einen bewaffneten Banküberfall in Tirol verübt haben sollen, sind die Urteile gefallen. Die beiden wurden - nicht rechtskräftig - zu elf und neun Jahren Haft verurteilt.
Zuerst alles abgestritten, jetzt Geständnis abgelegt.
Zweiter Angeklagter änderte Strategie
Die Verhandlung am Landesgericht Innsbruck war Ende Juli vertagt worden, weil die Verteidigung des Zweitangeklagten die Einholung eines kriminaltechnischen Gutachtens beantragte. Der 29-Jährige hatte auf "nicht schuldig" plädiert, der Erstangeklagte hatte sich in allen Anklagepunkten schuldig bekannt.

Zu Verhandlungsbeginn am Montag bekannte sich der 29-Jährige entgegen seiner bisherigen Verantwortung schuldig und legte vor Richter Thomas Dampf ein Geständnis ab.
Erstangeklagter von Beginn an geständig
Zu Prozessbeginn hatte der 33-jährige Erstangeklagte seinen Landsmann noch entlastet. "Er war bei keinem der Überfälle dabei", meinte der bereits mehrmals wegen Raubüberfällen vorbestrafte Mann damals.

Der Erstangeklagte selbst hatte sich in allen Anklagepunkten - bewaffneter Raub, fortgesetzte Gewaltausübung und Nötigung gegenüber seiner ehemaligen Lebensgefährtin - geständig gezeigt.
Welche Rolle spielt Mexikanerin?
Zudem soll eine derzeit flüchtige Mexikanerin bei einem Überfall beteiligt gewesen sein, erklärte der 33-Jährige. Insgesamt habe man bei beiden Überfällen rund 220.000 Euro erbeutet, die man anteilsmäßig geteilt habe. Die dabei verwendeten Gaspistolen beziehungsweise Revolver seien nicht geladen gewesen, sagte der Erstbeschuldigte.
Ex-Frau will fragliche Tasche gesehen haben.
Belastende Indizien am Tatort
Der zweitangeklagte 29-Jährige sah sich bereits zu Prozessbeginn mit belastenden Indizien konfrontiert. So soll er unter anderem seinen Handabdruck am Tatort beim ersten Überfall hinterlassen haben. Diesbezüglich beantragte sein Verteidiger Thaddäus Schäfer die neuerliche Untersuchung des Abdrucks.

Außerdem belastete die Ex-Frau des Erstangeklagten den 29-Jährigen. Sie habe ihn zusammen mit ihrem damaligen Mann und einer Frau in ihrer Wohnung angetroffen. Dabei habe sie das Trio auch mit jener Tasche gesehen, in der sie das beim zweiten Überfall erbeutete Geld kurzzeitig aufbewahrten.
Festnahme im vergangenen Frühjahr
Die beiden Argentinier sowie die flüchtige Mexikanerin sollen die Überfälle auf die Tiroler Banken am 25. Mai 2009 und 25. Februar 2010 laut Kriminalpolizei gemeinsam geplant und letztlich jeweils zu zweit verübt haben. Mitte März 2011 wurden die Männer in Tirol festgenommen.
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