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MO | 13.02.2012
pumpspeicher
Wie viel Atomstrom kommt nach Tirol?
Pumpspeicherkraftwerke scheinen in Tirol eine lukrative Kraftwerksvariante zu sein. Kritiker sehen darin ein Waschen von Atomstrom. Wie viel Atomstrom wird in Tirol tatsächlich verwendet?
TIWAG rechnet mit "europäischem Strommix"
Ein Pumpspeicherkraftwerk gibt es in Tirol im Kühtai. Dort wird Spitzenstrom für Deutschland erzeugt. Denn der Strom aus der Wasserkraft ist jederzeit abrufbar und damit teuer. Wenn der Strom billig ist, vor allem nachts und am Wochenende, pumpt die TIWAG das Wasser wieder in den Speicher zurück.

Dieser billige Strom kommt zum großen Teil aus den Kohle und Atomkraftwerken Deutschlands, bzw. aus Bayern. Wie viel genau, erfährt man von der TIWAG nicht. Dort rechnet man mit dem "europäischen Strommix", also einem Durchschnitt aller Stromerzeuger.
Wallnöfer: Strom hat kein Mascherl
TIWAG Chef Bruno Wallnöfer sagte gegenüber dem ORF Tirol, das Ursprungszeugnis fließe nicht in das Netz mit hinein. Es sei wie bei einem See, das Netz habe die Aufgabe, einen Ausgleich zwischen der Summe aller Einspeiser und Verbraucher herzustellen.

Anders liest es sich in einer Ausgabe der Zeitschrift "TIWAG intern" aus dem Jahr 1992. Darin steht geschrieben, dass die Energie aus Sellrain-Silz zur Gänze gegen Grundlaststrom aus der BRD abgetauscht wird. Die Hälfte des Energiedargebotes werde jahresdurchgängig gegen Grundlastlieferungen aus Kernkraftwerken getauscht.
Wallnöfer bleibt dabei, der Strom habe kein Mascherl, nur zehn Prozent des Stroms aus Tirol kämen aus Atomkraftwerken. Eine Rechnung, die andere Energieexperten verärgert. Denn woher die TIWAG wie viel Strom bezieht, lasse sich nicht nachvollziehen.
Kärntner Experte
Hoher Kernkraft-Anteil in Tirol wahrscheinlich
Prof. Haberl von der Universität Klagenfurt bemängelt das, die TIWAG solle die Zahlen auf den Tisch legen. In der geografischen Situation Tirols werde die Winter-Grundlast wahrscheinlich zu einem großen Teil aus Kernkraft stammen, da sich im Süden Deutschlands eine hohe Konzentration an Kernkraftwerken befindet. Genau beziffern könne man das aber nur, wenn man die Daten von der TIWAG erhalten würde.

Noch ein sauberes Argument wird von der TIWAG gerne ins Rennen geführt: Die Windkraft, die der ideale Partner für die Pumpspeicherkraftwerke wäre. Allerdings: Wasserkraft und Windkraft gemeinsam haben in Deutschland nur einen Anteil von 6,5 Prozent der Stromerzeugung, 90 Prozent kommen aus Kohle und Atomkraftwerken.
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