Tirol ORF.at
MI | 11.04.2012
Bild: APA
Chronologie
"JJ1" beherrschte den Blätterwald
Braunbär "JJ1" alias "Bruno" ist tot. Er hat in den letzten Wochen die Schlagzeilen beherrscht, kaum ein Tag verging ohne "Bärenmeldung". Hier eine Chronologie der Ereignisse.
Zum ersten Mal in Tirol aufgetaucht ist "JJ1" am 14. Mai in den Wäldern von Galtür im Paznauntal. Zuerst hielt man ihn für "JJ2".
Von dort wanderte er dann weiter ins Lechtal, wo er etwa in Holzgau beim Überqueren der Bundesstraße beobachtet wurde.
Der WWF erklärt inzwischen, dass der Bär nicht "JJ2" sei. Gleichzeitig beauftragt das Land Tirol den WWF, den Bären zu fangen. In letzter Konsequenz wird bereits ein Abschuss erwogen.
Inzwischen erklärt der bayrische Umweltminister Werner Schnappauf noch großzügig: "Der Bär ist in Bayern willkommen." Eine Fehleinschätzung, wie sich mittlerweile herausgestellt hat – sowohl für Bayern als auch für den Bären.

Wenige Tage später überschreitet der Bär die Grenze und ist der erste frei lebende Bär in Deutschland nach 170 Jahren. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen reißt er mehrere Schafe. Erste Fangversuche scheitern.
Nachdem er in Bayern noch mehrere Tiere reißt, wird er vom Umweltministerium zum Problembären erklärt und zum Abschuss freigegeben.
Tierschützer sind empört. Kurze Zeit später wird er auch in Tirol im Bezirk Reutte zum Abschuss freigegeben.
Die meisten Jäger, die den Abschussauftrag erhielten, zeigten sich wenig erfreut. Außerdem bekommt der Bär Schützenhilfe von finanzkräftigen Bärenfreunden aus dem Ausland.
Dann wird der Bär bei Thiersee im Bezirk Kufstein gesehen, vorerst gibt es hier aber keinen Schießbefehl für den Bezirk Kufstein. Von dort wandert er weiter ins Rofangebirge, danach ins Zillertal und zuletzt an den Achensee.
Nun sollen finnische Bärenhunde den Bären aufspüren. Man entschließt sich, den Bären nur dann abzuschießen, wenn alle Fangversuche scheitern. In Tirol wird die Abschussgenehmigung widerrufen. Der WWF will mit einer Spezialfalle aus den USA den Bären fangen, inzwischen explodieren die Kosten.
Inzwischen wird der Bär im Bereich des Solsteinhauses bei Zirl gesehen, später dann im Raum Imst.
Die finnischen Bärenjäger treffen mitsamt ihren Hunden ein, der Bär ist derweil im Raum Schwaz unterwegs. Die finnischen Bärenhunde müssen die Suche wegen der großen Hitze immer wieder abbrechen, zudem werden sie durch Jagdpächter, die sich geweigert hatten, sie ohne schriftliche Genehmigung auf ihr Gelände zu lassen, behindert.
Am 17. Juni gibt Landesrat Toni Steixner den finnischen Bärenhunden noch eine Woche Zeit, den Braunbären zu stellen.
Die Bärenjagd kostet schon mehr als 100.000 Euro. Am 21. Juni wird "JJ1" am Achensee gesehen.
Am Abend wird bekannt, dass die Bärenjäger das Tier in einer Steilwand in der Nähe von Brandenberg unweit des Achensees "gestellt" haben. "Bruno" entwischt aber neuerlich.
Vergangenen Samstag verkündeten die als "Bärenbrüder" in den Medien bekannt gewordenen Toni (Landesrat) und Paul (Landesjägermeister) Steixner, dass der Bär ab Montag in Tirol zum Abschuss freigegeben werde. Bayern werde am Dienstag nachziehen.
26. Juni: "Bruno" alias "JJ1" ist tot. Er wurde in der Nacht auf Montag in der Nähe des Spitzingseegebiets (Landkreis Miesbach) erschossen. Er sollte in Bayern eigentlich erst am 27. Juni zum Abschuss freigegeben werden.
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