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MI | 11.04.2012
Georg Willi (Bild: Grüne Tirol)
Verkehr
Grüne Front gegen Brennerbasistunnel
Die Spitzen der österreichischen und italienischen Politik feiern am Freitag den Spatenstich für den Probestollen des Brennerbasistunnels. Für die Tiroler, Südtiroler und bayrischen Grünen gibt es beim Basistunnel aber noch viele offene Fragen.
"Versprechen muss eingelöst werden"
Der Brennerbasistunnel: Ein Milliardenprojekt mit geschätzten Baukosten zwischen fünf und 15 Milliarden Euro. Für den Grünen Klubobmann Georg Willi ein Projekt mit vielen offenen Fragen:
"Einerseits wird der Bevölkerung eine Entlastung vom Schwerverkehr versprochen. Andererseits nimmt man wahnsinnig viel Steuergeld, um diesen Tunnel zu bauen. Wenn man so viel Steuergeld in die Hand nimmt, dann muss das Versprechen eingelöst werden, dass diese Verlagerung tatsächlich stattfindet. Und aus heutiger Sicht findet sie nicht statt, weil die Rahmenbedingungen fehlen. Es sind die Zulaufstrecken nicht sicher und die Finanzierung auch nicht."
Bleibt noch genügend Lkw-Verkehr übrig?
Zudem baut die Schweiz zur Zeit zwei große Tunnels und die könnten viel Lkw-Verkehr abziehen. Das wäre zwar erfreulich, sagen die Grünen heute, stellen aber gleichzeitig in Frage, ob dann für den Brennerbasistunnel noch genügend Lkw-Verkehr übrig bleibt. Und ob sich dieser überhaupt auf die Schiene verlagern lässt.

Vorbild Schweiz
Für die Südtiroler Grüne-Landtagsabgeordnete Cristina Kury wäre die Schweiz ein gutes Vorbild in Sachen Verkehrspolitik: "Die Schweizer wollen nicht mehr als eine bestimmte Zahl an Güterverkehr auf der Straße zulassen. Und sie haben dann auch eine derartige Finanzpolitik in der Verkehrspolitik betrieben. Die Straße wurde so verteuert, dass sich eine Verlagerung auf die Schiene auszahlt."

Beim Brennerbasistunnel fordern die Grünen jetzt vertiefende Studien, ob der Tunnel überhaupt Sinn macht und die erhoffte Lösung des Transitproblems bringt.
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