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MI | 11.04.2012
Christkindlmarkt am Landhausplatz (Bild: Christkindlmarkt Innsbruck)
Christkindlmärkte
Starke Konkurrenz aus Italien
Dieses Wochenende haben bereits zahlreiche Advent- und Christkindlmärkte geöffnet. Für Orte, die nicht nur auf Wintersport setzen, sind diese Märkte das Zugpferd schlechthin im Dezember, spüren aber immer mehr Konkurrenz aus Italien.
Jahrzehntelange Tradition
Die Märkte haben sich zu einem regelrechten Magnet für italienische Touristen entwickelt. Von der Vorliebe ihrer Landsleute für Christkindlmärkte wollen nun auch immer mehr italienische Städte profitieren.
Christkindlmarkt-Grenze wandert nach Süden
Anfang der Neunziger wurde der erste italienische Christkindlmarkt in Bozen veranstaltet, mittlerweile gibt es aber auch Adventmärkte in Turin, Belluno und Udine. Die Christkindlmarkt-Grenze ist in den letzten Jahren kontinuierlich in Richtung Süden gewandert. Fritz Kraft vom Tourismusverband Innsbruck sieht darin sowohl Vor- als auch Nachteile:
Märkte locken Gäste nach Tirol
"Der Vorteil liegt darin, dass noch mehr Interesse am Thema Christkindlmarkt in Italien geweckt wird, dass aber mehr Mitbewerber in die Arena einsteigen. Das hat unter anderem auch die Auswirkung, dass die Italiener früher zwei oder drei Tage in Innsbruck geblieben sind."
Italiener stürmen Weihnachtsmärkte (Bild: APA) Innsbruck will deshalb künftig auch in Süditalien für den Christkindlmarkt werben. Angst vor einem Besucherschwund habe man derzeit aber keine. Auch heuer rechnet man wieder mit Hunderttausenden Besuchern.
Skifahren und Christkindlmarkt
"Klein, aber fein" ist das Motto der meisten anderen Adventmärkte in Tirol, etwa des Marktes in Lienz mit rund 80.000 Besuchern. Aber auch dort setze man nicht nur auf den regionalen Gast, sagt Oskar Januschke vom TVB Lienz.
"Stärkung der Vorsaison"
"Abgesehen von der regionalen Wirkung des Marktes bewerben wir den Lienzer Advent auch überregional, und hier ist in den letzten Jahren vor allem mit den italienischen Gästen sehr viel gelungen. Wir bieten eigene Pakete an, die Skifahren mit erstem Adventerlebnis verbinden, die Nächtigungen auslösen, stärken so die Vorsaison."
Eine Zusammenarbeit mehrerer Tiroler Adventmärkte kann sich Michael Gsaller vom Stadtmarketing Hall vorstellen.
"Kooperationen angedacht"
"Es hat vor allem in den letzten Jahren lockere Gespräche gegeben. Viele andere Städte stehen auch gerade am Beginn einer richtigen Vermarktung. Wir werden die nächsten vier Wochen dazu nutzen, um mit anderen ins Gespräch zu kommen."

"Es kommen auch immer wieder Delegationen anderer Städte zu uns, um sich anzusehen, wie wir das machen. Bei dieser Gelegenheit tragen wir auch immer unsere Gedanken vor. Ich bin überzeugt, dass wir in ein oder zwei Jahren hier eine Kooperation haben."
Auch Marktrundfahrten vorstellbar
Noch braucht man sich aber keine Sorgen machen, dass der italienische Gast Tirols Christkindlmärkte verschmähen wird. Spätestens am 8. Dezember werden wieder zahlreiche Busse mit adventhungrigen Touristen über den Brenner rollen.
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