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MI | 11.04.2012
Fachhochschule Kufstein (Bild: FH Kufstein)
Kufstein
Behörde droht Fachhochschule mit dem "Aus"
Die Fachhochschulbehörde droht der FH-Kufstein mit dem Entzug der Akkreditierung. Sie sieht die Autonomie der Lehre nicht mehr gewährleistet. Die Geschäftsführung der FH hingegen kritisiert die Vorgangsweise der Wiener Behörde.
Konflikte, Mobbing, Kündigungen - es brodelt
Die Fachhochschule Kufstein ist das Bildungs-Aushängeschild des Landes Tirol mit internationalem Ruf und 1.100 Studierenden aus 30 Nationen. Erst kürzlich schloss die Fachhochschule ihre 125. Hochschulpartnerschaft mit einer privaten Top-Universität in Brasilien ab.

Doch hinter der Fassade brodelt es. Es gibt Beschwerde-Briefe an die Fachhochschulbehörde in Wien. Von schweren Konflikten zwischen Geschäftsführung und Studienleitern, von Mobbing und ungerechtfertigten Kündigungen soll die Rede sein. In einer Aussendung der Studentenschaft ist von Vetternwirtschaft und Seilschaften die Rede, von einer Situation außer Kontolle.
Entzug der Studienakkreditierungen droht
Die Missstände seien so gravierend, dass die Behörde sogar mit dem Entzug der Studienakkreditierungen droht, sollte die Geschäftsführung nicht rasch einlenken.

"Es ist so, dass der Studienbetrieb in seiner Qualität und Funktion massiv gestört ist. Das geht aus den teilweise schriftlichen Beschwerden der Studierenden hervor. Der mögliche Entzug der Akkreditierung wäre das letzte Mittel, die Verantwortlichen zum Einlenken zu bewegen", sagt Fachhochschulratspräsident Leopold März.

Die Autonomie der Lehre in Kufstein sei offenbar nicht gewährleistet, die Lehre selbst in Gefahr. Dazu kommt die Kündigung von zwei Lehrpersonen, eine davon betreute bisher eine ganze Reihe von Diplomarbeiten, so März.
FH-Leiter gesteht Konflikte ein
In einer ersten Reaktion sagt der Leiter der FH Kufstein, Walter Mayr, es gebe Konflikte, aber er sei bemüht, diese zu lösen. Mayr erwartet die Kritik der Fachhochschulbehörde noch schriftlich und hat bereits erste Schritte gesetzt.

"Ich habe natürlich das Land, die Stadt Kufstein und den Vorstand über die Konflikte in Kenntnis gesetzt. Wir haben auch bereits erste Schritte eingeleitet. So werden etwa externe Berater uns dabei helfen, die internen Konflikte zu lösen", so Mayr.
Mayr kritisiert Fachhochschulbehörde
Einflussnahmen von Seiten der Geschäftsführung auf Lehre und Prüfungen gäbe es nicht, so Mayr. "Ich würde es nie wagen, mich in Prüfungen einzumischen." Weiters kritisiert Mayer, die Art und Weise wie hier von Seiten der Fachhochschulbehörde vorgegangen worden sei: "Es wurde uns keine Einsichtnahme in die Akten gewährt. Es hätte auch ein Gespräch in Salzburg geben können, das wurde kurzfristig abgesagt."
Studenten drohen mit Streik
Der Osterurlaub von Mayr ist storniert. Er will sich jetzt intensiv um die Zukunft der Schule kümmern. Am Sonntag sind die Studenten der Fachhochschule an die Öffentlichkeit getreten. Sie drohen mit Streik, sollten die ihrer Meinung nach vorherrschenden Missstände nicht beseitigt werden.
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