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MI | 11.04.2012
Bild: ORF
Werbeträger Berg
Der Mullwitzkogel wird zum Wurstberg
Eine Wiener Wurstfirma will einen Berg in Prägraten zu Werbezwecken umbenennen. "Das ist der Gipfel", meinen die Gegner. "Mir ist das Wurst", sagen andere. Von einer tollen Werbemöglichkeit spricht der Gemeinderat.
"So weit werden sie doch nicht sinken!"
Dass der 2.700 Meter hohe Mullwitzkogel bei Prägraten jetzt zum Wurstberg werden soll, stößt vielen in Osttirol bitter auf: Bei einer Umfrage in Lienz waren einige empörte Stimmen zu hören.

Maria Lobenwein aus Oberlienz konnte es nicht glauben: "Warum soll man einen Berg umbenennen. So weit werden sie doch nicht gesunken sein." "Ich bin viel in den Bergen, deshalb bin ich dagegen, dass die da so drüberfahren", sagt Josef Hassler aus Lienz. Und Manuela Gussnig meint: "Die können ihre Werbung woanders auch anbringen und nicht auf der Spitze eines Berges, nur weil Geld fließt."
"Wir brauchen keine Unkenrufe"
Den Prägratern selbst scheint das Thema aber eher Wurst zu sein: "Mir ist das ganz egal. Wenn es was bringt, warum nicht?" sagt Elisabeth Kratzer. Und Hüttenwirt Hansjörg Unterwurzacher betont: "Wir brauchen keine Unkenrufe von Auswärtigen. Unsere Bevölkerung muss hier leben und glücklich werden."
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Noch heißt er Mullwitzkogel, bald Wiesbauer-Spitze.
"Der Berg bleibt ja in Prägraten"
Dass der gute alte Mullwitzkogel jetzt zur Wiesbauer-Spitze umbenannt wird, hat der Gemeinderat so beschlossen. Dass das Beispiel Schule machen könnte, befürchtet Bürgermeister Johann Kratzer nicht: "Ein Ausverkauf der Heimat ist das sicher nicht. Wir haben einen österreichischen Partner. Der Berg wird ja nicht verkauft, er bleibt ja in Prägraten und heißt halt anders. Und er bringt eine Wertschöpfung, die Prägraten weiter bringt."

Durch die Österreich-Radrundfahrt ist die Firma Wiesbauer auf Prägraten gestoßen. Jetzt findet man auf all ihren Wursterzeugnissen das Bergsteigerdorf, als Gewinnspiel und Urlaubstipp. Dazu gibt es passend die essbare Wurstspitze mit Fettrand als Schneekuppe.

Der Alpenverein weigert sich, den Berg in seinen Wanderkarten umzubenennen. Denn Werbung um jeden Preis, das sei wohl der Gipfel.
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