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MI | 11.04.2012
Bild: ORF
bewegtes leben
Ex-CIA-Agent schreibt Buch
Als "Spion, der aus den Alpen kam" ist Anfang der 80er Jahre ein Mann aus Schwaz bekannt geworden. Damals wurde er als CIA-Agent enttarnt und zu 15 Jahren Haft verurteilt. Derzeit arbeitet der Schwazer an einem Buch.
Aus Hannes Sieberer wurde Kurt Klepp
Hannes Sieberer aus Schwaz ließ sich Ende der 1970er Jahre vom US-amerikanischen Geheimdienst anwerben. Sieberer hatte als 18-Jähriger Interesse für amerikanische Militärartikel gezeigt und war so ins Visier der CIA geraten als möglicher Mitstreiter im Kampf gegen die UdSSR. Und so wurde aus dem Schwazer Hannes Sieberer der CIA-Agent mit Decknamen Kurt Klepp.
Über einen Verwandten in Rostock leitete Sieberer alias Kurt Klepp alle Details sowjetischer Truppentransporte an die Amerikaner weiter. Bis er aufflog. Unter einem Vorwand wurde er in die DDR gelockt und dort dann festgenommen.
Sieberer kam nach drei Jahren frei
Sieberer wurde in der DDR wegen Spionage zu 15 Jahren Haft verurteilt. Im größten Agententausch der Geschichte kam er nach drei Jahren Militärgefängnis Bautzen wieder frei. Das war 1985, doch Sieberer will über die Haft bis heute nicht im Detail reden.
Lange nicht darüber geredet
"Ich habe zehn Jahre gebraucht, um überhaupt darüber reden zu können. Man verdrängt das alles. Auch bei meinem Buchprojekt wollen manche Ehemalige nicht mitmachen, sie wollen es vergessen und damit abschließen."
Besuchsbegleitung für Scheidungsväter
Andere Spione leben bis heute unentdeckt, mit neuer Existenz. Sieberer wählte den offenen Weg. Und widmet sich heute auch einem Sozialberuf: Besuchsbegleitung für Scheidungsväter.

Sieberer ist inzwischen voll rehabilitiert. Im Dezember soll sein neues Spionagebuch erscheinen. Doch die Geschichte selbst, die wird für ihn nie abgeschlossen sein.
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