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MI | 11.04.2012
Bild: ORF
Bergnamen
Kaum rechtliche Handhabe gegen Umbenennung
Der Mullwitzkogel bei Prägraten in Osttirol heißt seit Anfang Juli Wiesbauer-Spitze. Viele befürchten nun weitere Namenskreationen, gegen die es rein rechtlich wenig Handhabe gibt.
Univ.-Prof. Dr. Karl Weber Kein Treffer bei Suche nach Gipfelnamengesetz
Eigentlich ist unser ganzer Lebensweg von mehr oder weniger verständlichen gesetzlichen Regeln begleitet. Die Suche nach einem österreichischen oder Tiroler Gipfelnamengesetz bleibt aber erfolglos, bestätigt Verfassungsspezialist Karl Weber von der Universität Innsbruck.
Keine öffentlich-rechtliche Beschränkungen
Die Namensgebung bei Bergen und Flurnamen erfolge in jahrhundertealter Tradition. Es handle sich hier in der Regel um den Ausfluss der Eigentümerbefugnisse und unterliege keinerlei öffentlich-rechtlichen Beschränkungen und Regelungen, so Weber.
Eigentümer kann Namen wählen
Sind also die Eigentumsverhältnisse an einem Berg einmal geklärt, kann der jeweilige Eigentümer den Namen wählen wie für jede andere Sache auch. Das ließe die Vermutung zu, dass auch jeder Ort nach dem jeweiligen Beschluss der Vertreter umbenennt werden könnte. Ganz so einfach ist die Sache dann aber doch nicht.
Gemeindenamen gesetzlich festgeschrieben
Die Frage der Ortsnamen sei gesetzlich im Gemeinderecht geregelt. Auch im Bereich der Bezirksverwaltungsregeln finde man Bereiche, wo Ortsnamen gesetzlich festgeschrieben seien. Hier könne kein Bürgermeister oder Gemeinderat einfach die eigene Gemeinde umbenennen.
Bei Flüssen, die meistens durch mehrere Orte, wenn nicht gleich Länder fließen, erübrigt sich die Frage nach der kreativen Namensgebung wohl.
Alpenverein belässt "Mullwitzkogel" in seinen Karten.
Namensverbundenheit beim Alpenverein
Rein rechtlich heißt der ehemalige Mullwitzkogel also bis zur nächsten Änderung Wiesbauer-Spitze. Beim Alpenverein - einem der Kritiker der Umbenennung - heißt es daher wohl, dass nicht der Name, sondern der Weg das Ziel ist.

So soll auch in den Karten des Alpenvereines der ursprüngliche Name Mullwitzkogel verzeichnet bleiben. Andere Kartenverlage hätten übrigens bereits ähnliche Namensverbundenheit angekündigt, heißt es beim Alpenverein.
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