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MI | 11.04.2012
Ausgrabung römischen Villa (Bild: Florian Müller)
Nussdorf-Debant
Tirols größtes römisches Mosaik freigelegt
Bei der Ausgrabungen in Nußdorf-Debant konnte jetzt Tirols größtes römische Mosaik freigelegt werden. Aus Geldmangel sollte die Ausgrabung im Herbst zugeschüttet werden. Die Gemeinde setzt alles daran, dass weitergegraben werden kann.
Gemeinde will Grundstück kaufen
Wie berichtet sind Innsbrucker Forscher bei Ausgrabungen Nußdorf-Debant auf eine wahre Luxusvilla eines römischen Kaufmanns gestoßen. Im Herbst hätte die Ausgrabung wieder zugeschüttet werden sollen. Die Gemeinde Nußdorf-Debant will jetzt das Grundstück kaufen.
Florian Müller (Bild: Universität Innsbruck) Großflächige Mosaikfußböden
Die bei der Ausgrabung gemachten Erkenntnisse erstaunten in vielerlei Hinsicht. Zum einen zeigten sich die Mauern zum Teil noch in 1,5 m Originalhöhe erhalten, zum anderen überraschte die Ausstattung des Gebäudes:

"In drei der fünf bisher ergrabenen Räume fanden sich großflächige römische Mosaikfußböden aus tausenden teilweise nur 5x5mm kleinen Steinchen, die in dieser Erhaltung und Dimension bisher einzigartig in ganz Tirol sind" sagt der Grabungsleiter Müller.
Hinweis durch alte Handschrift
Aufmerksam auf den Platz wurden die Archäologen durch eine alte lateinische Handschrift. Darin berichtete der als "Vater der Archäologie in Tirol" bekannte Anton Roschmann, dass er im Jahre 1746 bei Ausgrabungen auf Überreste aus römischer Zeit gestoßen war.
Ausgrabung an der römischen Villa (Bild: Florian Müller)
Auf Basis dieses Textes begab sich Florian Müller vom Institut für Archäologien der Universität Innsbruck auf die Suche nach diesem mittlerweile völlig in Vergessenheit geratenen alten Fundplatz.
Georadarmessung bestätigte Standort
Im Herbst letzten Jahres konnte der Standort aufgrund oberflächig gemachter Funde näher eingegrenzt werden. Eine in diesem Sommer durchgeführte Georadarmessung, bei der im Boden verborgene Strukturen von Mauern erfasst wurden, brachte dann die endgültige Gewissheit.
Mosaikfußboden (Bild: Florian Müller)
Sponsoren gesucht
Weitere Forschungen wären von größtem Interesse, so Grabungsleiter Müller: "Wie schon bei den bisherigen Forschungen, sind wir aber auch bei der Finanzierung zukünftiger Grabungsarbeiten im nächsten Jahr auf die Hilfe von privaten Sponsoren und Förderern angewiesen."
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