Tirol ORF.at
MI | 11.04.2012
Kinderchirurgische Abteilung SMZ Ost (Bild: ORF)
Nach Babytod
Jugendwohlfahrt war bereits eingeschaltet
Nach dem Tod des einjährigen Buben aus Tirol warten die Ermittler auf die Obduktion. Schon in der Vergangenheit hatte es Verdacht auf Misshandlungen gegeben. Auch die Jugendwohlfahrt in Tirol war eingeschaltet.
Mutter wurde aus Haft entlassen
Nach dem Tod des 17 Monate alten Buben in einem Wiener Spital - er war dort mit schwersten Verletzungen eingeliefert worden - muss die Gerichtsmedizin jetzt Klarheit schaffen. Die Ermittler in Niederösterreich sprechen von wiederholter Gewalt gegen das Kind.

Ihr Verdacht richtet sich vor allem gegen den Freund der Mutter, die im Bezirk Schwaz zu Hause ist. Die 22-Jährige ist selbst im Visier der Ermittler, sie wurde mittlerweile aber aus der Haft entlassen. Auch damit sie sich um ihren älteren Sohn - er ist vier Jahre alt - kümmern kann.
Schon früher Verdacht auf Misshandlung
Die Tirolerin und ihr Freund bestreiten bislang, etwas mit den Verletzungen und dem Tod des Buben zu tun zu haben.

Schon in der Vergangenheit hatte es allerdings Verdacht auf Misshandlungen gegeben.

Auch die Jugendwohlfahrt in Tirol war eingeschaltet, bestätigt der Schwazer Bezirkshauptmann Karl Mark.
Mutter betreut und beobachtet
"Es hat schon vor einiger Zeit einen Vorfall gegeben, bei dem sich eine Misshandlung des Kindes nicht erwiesen hat. Weder von seiten der Behörden, der Polizei oder der behandelnden Ärzte. Auch die Großeltern haben bestätigt, dass es immer ein harmonisches Zusammenleben gegeben hat. Wir haben die Mutter betreut und haben das beobachtet", so Mark.
Vorübergehendes Besuchsverbot
Der 22-jährigen Frau aus dem Achental war vorübergehend sogar verboten worden, ihren Freund in Niederösterreich zu besuchen. Dieser erste Verdacht hatte sich für die Jugendämter aber nicht erhärtet, so die Ermittler.
Mutter beschwerte sich bei Gericht
"Das ging soweit, dass sich die Mutter über die Vorgangsweise der Jugendwohlfahrt bei Gericht beschwert hat. Die Jugendwohlfahrt hat die Sozialarbeiterinnen in Niederösterreich gebeten nachzusehen, ob die Mutter mit ihrem Kind bedenkenlos zu ihrem Freund fahren kann. Das zuständige Jugendamt hatte damals bestätigt, dass es keine Bedenken gebe. Es sei alles in Ordnung."
Die Mitarbeiterinnen der Jugendwohlfahrt balancieren tagtäglich auf dem schmalen Grat zwischen Einmischung auf der einen und unterschätzter Gefahr für Kinder auf der anderen Seite. Ob die jeweiligen Entscheidungen richtig waren, weiß man immer erst hinterher.

Oft gibt es dann massive Vorwürfe, wie im Anlassfall, wo der leibliche Vater des Kindes nach eigenen Angaben das Jugendamt vergeblich angefleht haben soll, der Mutter das Kind abzunehmen.
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