Tirol ORF.at
MI | 11.04.2012
Rene Benko (Bild: APA/Robert Jäger)
BAWAG Immobilien
Benko landet mit BAWAG nächsten Coup
Der Signa Holding des Immobilieninvestors Rene Benko ist ein weiterer Coup gelungen. Im Kauf um die BAWAG-Immobilien hat er sich gegen Mitbieter Immofinanz durchgesetzt. Über den Kaufpreis herrscht stillschweigen.
BAWAG dementiert Kaufpreis von 200 Mio.
Das Immobilienpaket besteht aus 16 Gebäuden in Wien, Graz und Innsbruck. Die BAWAG PSK hat ihre Immobilienperlen im Gegenwert von rund 450 Mio. Euro unter Zeitdruck und folglich zum Diskontpreis verkauft, berichtet am Donnerstag die APA

Der kolportierte Verkaufspreis von etwas mehr als 200 Mio. Euro für das erste Immobilienpaket der BAWAG PSK sei "völlig falsch und viel zu tief angesetzt", erklärte die ehemalige Gewerkschaftsbank am Donnerstag in einer Aussendung.

Zwischen den beiden Partnern, der BAWAG und Benko, sei vereinbart, keine konkreten Preisangaben zu machen. Jedenfalls handle es sich um einen Preis, "den beide Seiten als fair ansehen und der den Marktgegebenheiten entspricht", so die BAWAG.

Insider sprechen gegenüber tirol.ORF.at von einem tatsächlichen Kaufpreis von knapp unter 400 Mio. Euro.
Keine Auskunft zum Kaufpreis von Benko
Finanziert worden sei der Deal mit Partnern aus früheren Geschäften, der Hessischen Landesbank und der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien. Benko selbst schwieg zum tatsächlichen Kaufpreis.

Für jedes einzelne der Objekte werde eine zweckmäßige Bewirtschaftung und Weiterentwicklung überlegt, kündigte Benko an: "Wenn wir ein überzeugendes Konzept fertig haben, werden wir auch die Öffentlichkeit informieren."
Investment mit viel Potenzial
Benko hat den Kauf der BAWAG-Immobilien als strategisch richtiges Investment bezeichnet, in dem viel Potenzial für die Zukunft stecke. "Ich bin stolz, dass es mir gelungen ist, dieses begehrte Immobilienpaket sichern zu können und eine rot-weiß-rote Lösung zustande gebracht zu haben", sagte Benko gegenüber ORF Tirol.
Elsners Penthouse noch nicht im Paket
Was die Immobilie von Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner betrifft, ist diese laut Benko derzeit nicht im Paket enthalten: "Es ist bezüglich dieser Immobilie noch ein Gerichtsverfahren anhängig. Gewinnt die BAWAG den Prozess und Elsner muss dieses Penthouse an die BAWAG abtreten haben wir eine Art Vorkaufsrecht."

Auch auf zwei weitere Penthouses muss Benko, zumindest was die Nutzung betrifft, teilweise verzichten. Jenes der Flöttls und jenes, das an EX-ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch vermietet ist.
Diese Tatsache mag wohl auch ein Grund für den etwas günstigeren Kaufpreis des BAWAG-Immobilienpakets gewesen sein.
Billige Penthouses in bester Lage
Die drei vergebenen Wohnungen verteilen sich auf zwei Gebäude. Am Fleischmarkt wohnen der Investmentbanker Wolfgang Flöttl und Verzetnitsch unter einem Dach: Der frühere BAWAG-Chef Walter Flöttl senior, Vorgänger von Elsner, hatte dort in den 80er Jahren ein Penthouse "günstig" gekauft - konkret bezahlte er für die etwa 600 Quadratmeter Nutzfläche plus Dachterrasse und zwei Garagen rund 600.000 Euro, also nur 1.000 Euro pro Quadratmeter. Sein Eigentum ist von dem Verkauf nicht betroffen.

Die Dachgeschoßwohnung gleich darunter ist an Verzetnitsch vermietet. Für die 212 Quadratmeter große Wohnung zahlt der Flöttl-Nachbar eine Monatsmiete von rund 1.200 Euro, also nicht einmal sechs Euro je Quadratmeter.
Übernahme als Gesamtpaket
Das Paket umfasst nach Angaben der BAWAG etwa 45 Prozent der Nutzfläche der gesamten BAWAG-Immobilien. Signa habe sich nicht einzelne Objekte aussuchen können, sondern das gesamte angebotene Paket übernehmen müssen, sagte eine Sprecherin.

"Eine weitere Verkaufstranche ist in Ausarbeitung", wie BAWAG-Generaldirektor Ewald Nowotny am Donnerstag zur APA sagte. Dieses zweite Paket werde aber erst Anfang 2008 veräußert. Einige wenige Immobilien wie etwa das vom Architekten Otto Wagner errichtete Postsparkassengebäude in der Wiener Innenstadt bleiben im Eigentum der Bank.
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