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MI | 11.04.2012
Franz Reiter (Bild:ORF)
Landtagswahl
SPÖ: Franz Reiter verzichtet auf Kandidatur
Die Tiroler SPÖ hat am Montag ihre Landesliste für die Landtagswahl Anfang Juni beschlossen. An der Spitze steht Parteivorsitzender Hannes Gschwentner. ÖGB-Chef Franz Reiter wurde weit zurückgereiht und verzichtet auf die Kandidatur.
Osttirolerin Blanik auf Platz zwei
Spitzenkandidat und Nummer eins auf der SPÖ-Liste für die Landtagswahl ist SPÖ-Chef Hannes Gschwentner. Ihm folgen auf den weiteren Plätzen die Lienzer Landtags-Abgeordnete Elisabeth Blanik, Landesrat Hans Lindenberger, die Landtagsabgeordnete Gabi Schiessling sowie der Klubchef der Partei im Landtag Ernst Pechlaner. Weitere Landtagsabgeordnete folgen.
Reiter: "Völlig überraschend"
Ein prominenter SPÖ-Politiker, ÖGB-Chef Franz Reiter, war beim letzten Mal noch Nummer vier auf der Liste. Diesmal findet er sich letztlich nicht einmal mehr unter den ersten Zehn. Im Gespräch mit ORF Radio Tirol ist Reiter enttäuscht: "Für mich war das völlig überraschend, es hat vorher kein Anzeichen dafür gegeben. Es ist mir in der Partei noch nie passiert, dass ich in eine Sitzung ging, mit dem Glauben entsprechend abgesichert zu sein, und dann derartige Anträge gestellt wurden."
Hannes Gschwentner (Bild: ORF) Gschwentner: "Kandidatur zurückgezogen"
Heikle Interessensabwägungen zwischen Parteiorganisationen und die 40-Prozent-Frauenquote der SPÖ für die ersten zehn Listen hätten zur Umreihung geführt, erklärt heute Parteichef Hannes Gschwentner.

Zum Verzicht Franz Reiters auf die Kandidatur sagt Gschwentner: "Reiter hat mir erklärt, dass er davon ausgeht, dass seine Art Politik zu machen innerhalb des Parteivorstandes und innerhalb des Landtagsklubs zu sehr polarisiere. Er will hier nicht von vornherein Diskussionen auslösen und hat damit seine Kandidatur zurückgezogen. Reiter wird uns aber beim bevorstehenden Landtagswahlkampf natürlich unterstützen."
"Stehe für Wahlkampf nicht zur Verfügung"
Was den Wahlkampf angeht, lässt Reiter im ORF-Interview aber mit einer gegenteiligen Aussage aufhorchen: "Gestern wurde eine demokratische Entscheidung getroffen und ich muss das zur Kenntnis nehmen. Ich habe gestern Hannes Gsschwenter mitgeteilt, dass ich bei der kommenden Wahlauseinandersetzung nicht mehr zur Verfügung stehen werde", so Reiter.
Drei Themenschwerpunkte
Als Themen für den Wahlkampf in Tirol hat die SPÖ drei Schwerpunkte genannt: Arbeitsplätze schaffen, die gerechte Einkommen ermöglichen, sowie leistbares Wohnen für alle Tiroler und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ein Wahlziel in Prozent der Stimmen will SPÖ-Chef Hannes Gschwentner erst dann nennen, wenn auch schwarz auf weiß fest stehe, wer bei der Landtagswahl tatsächlich antrete.
ÖVP: "De facto Rauswurf"
Die ÖVP, selbst durch die Dinkhauser-Kandidatur innerparteilich gebeutelt, nutzt die Kontroverse in der SPÖ heute für kritische Töne. ÖVP-Hauptgeschäftsführer Hannes Rauch präsentiert sich dabei sogar als Verteidiger Reiters: Der ÖGB-Chef habe sich diesen de facto Rauswurf bei den Sozialdemokraten nicht verdient, so der ÖVP-Manager in einer Aussendung.
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