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MI | 11.04.2012
Rauchen einer Zigarette (Bild: APA/Kay Nietfeld)
Statistik
Hohe Gefahr durch Lungenkrebs in Tirol
Bei den Todesfällen durch Lungenkrebs liegen zwei Tiroler Bezirke österreichweit im Spitzenfeld. Die Stadt Innsbruck bei den Frauen, der Bezirk Imst bei den Männern. Beim Land will man jetzt den Ursachen dafür auf den Grund gehen.
Radonbelastung im Ötztal
In Tirol sterben rund 250 Menschen jährlich an Lungenkrebs - Männer deutlich häufiger als Frauen. Vor allem im Bezirk Imst hat die Statistik Austria eine auffällige Häufung von tödlichem Lungenkrebs bei Männern festgestellt.

Für Landessanitätsdirektor Christoph Neuner gibt es einige Hinweise: "Wir begründen das damit, dass in Umhausen (Ötztal) Radon vorkommt und diese Belastung Einfluss auf die Todesrate hat." Neben der Radonbelastung gibt es für den Oberländer Bezirk noch eine weitere Erklärungsmöglichkeit für die erhöhten Lungenkrebs-Zahlen: "Es kann auch sein, dass die schädigenden Stoffe in der Luft eine Rolle spielen, weil gerade in gewissen Gebieten im Bezirk Imst die Luft relativ schlecht ist. Aber das sind Vermutungen, die noch wissenschaftlich begründet werden müssen."
In Innsbruck mehr Fälle erkannt
Männer sind nach wie vor häufiger von Lungenkrebs betroffen als Frauen. Während aber bei Männern diese Krebserkrankung abgenommen hat, hat sie bei Frauen im letzten Jahrzehnt deutlich zugenommen. Vor allem in den Ballungsräumen. Das habe damit zu tun, dass dort in den 70er und 80er Jahren Rauchen bei den Frauen verstärkt in Mode gekommen ist. Nach 20 bis 30 Jahren würde die Krankheit dann eben ausbrechen, so Neuner.

Warum gerade Innsbruck bei der Lungenkrebsrate bei Frauen heraussticht ist unklar. Eine Erklärung dafür wäre, so Neuner, dass in Tirol sehr viele Obduktionen durchgeführt werden und dadurch auch mehr Fälle erkannt werden. Zusätzlich sei die Meldedisziplin bei den Ärzten sehr hoch.
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