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MI | 11.04.2012
Feuerbrand (Bild: ORF)
Umwelt
Feuerbrand: Handel will ungespritztes Obst
Im Kampf gegen den Feuerbrand darf seit heuer Antibiotika eingesetzt werden. Einige Handelsriesen haben jetzt angekündigt, nur Produkte aus unbehandelten Kulturen beziehen zu wollen. Für die Obstbauern keine nachvollziehbare Entscheidung.
Einsatz erst nach Warnaufruf erlaubt
Feuerbrand wird durch ein Bakterium verursacht und tritt mit der Blüte in den Baum ein.

Jedes Jahr fallen der gefährlichen Pflanzenkrankheit Feuerbrand tausende Obstbäume zum Opfer. Allein im Vorjahr mussten 20.000 Tiroler Bäume gerodet und verbrannt werden. Betroffen sind vor allem Apfel-und Birnbäume.
Erlaubt ist der Einsatz erst nach einem Warnaufruf des Landes. Das Antibiotikum wird innerhalb kurzer Zeit abgebaut, ist also in den Früchten nicht mehr zu finden, sagen Experten.
Boykott für gespritzes Obst
Die heimischen Handelsketten Spar, Rewe und M-Preis wollen trotzdem kein Obst von Bäumen verkaufen, die mit Antibiotika behandelt wurden.

"Wir verstehen die Entscheidung fachlich nicht", sagt dazu Wendelin Juen, Geschäftsführer der Agrarmarketing Tirol. "Der Gesetzgeber und die Experten haben nach reiflicher Prüfung gesagt, dass das in Ordnung ist. So wie das auch in vielen anderen Länder der Welt auch der Fall ist."

Die Bäume werden nur während der Blüte mit Antibiotika behandelt, und nur wenn Feuerbrandinfektionsgefahr bestehe. "In der Frucht bleiben keinerlei Rückstände", sagt Juen.

Derzeit werden Gespräche mit dem Handel und dem Landwirtschaftsministerium geführt.
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