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MI | 11.04.2012
Bild: ORF
Landtagswahl
Kleinstparteien kämpfen um jede Stimme
"Laufen um jede einzelne Stimme" ist das Motto von KPÖ und Christen. Sie sind die kleinsten Gruppierungen bei der Landtagswahl. Beide Parteien wollen in den Landtag einziehen und brauchen mindestens fünf Prozent der Wählerstimmen.
Bild: KPÖ
Julian Nothdurfter
KPÖ will vor allem Junge ansprechen
Den Kommunisten geht es in diesem Wahlkampf vor allem um die Jungen: Um Bildungsreform, Ausbildungsverpflichtung für Betriebe und Einbeziehung der Jungen in alle wichtigen Institutionen. Repräsentiert wird dieser jugendpolitische Schwerpunkt durch die Kandidaten: Die drei Listenersten sind alle unter 30.

Spitzenkandidat Julian Nothdurfter ist 18 und Schlosserlehrling, er möchte im Landtag eine starke Opposition sein:
"Dass man merkt, dass man nicht komplett hilflos verloren ist. Auch als Jugendlicher, weil ein 40-Jähriger kann einen Jugendlichen nicht so vertreten wie ein 20-Jähriger. Auch wenn man sagt, dass man sie vertritt. Das geht allein schon nicht wegen dem Altersunterschied und man hat mit 40 oder 30 nicht mehr die Probleme, die man mit 20, 15 oder 18 hat."
5.500 Euro Wahlkampfbudget
Den Wahlkampf bestreiten die Kommunisten, die auf dem Stimmzettel "Jugendpolitische Liste mit der Kommunistischen Jugend" heißen, mit 5.500 Euro Budget. Sie setzen auf Flugzettel, aus Salzburg geliehene Plakatständer und auf Gespräche.
"Ich bin ein politischer Mensch und da hat sich jetzt ein ganzer Haufen von Jugendlichen politischen Menschen zusammengefunden. Da kann man gewisse finanzielle Schwächen ausgleichen, weil wenn jeder dafür steht und auch etwas dafür tut, dann geht das."
Franz Lair Spitzenkandidat der Christen (Bild: Die Christen)
Franz Lair
Christen: "Lebensschutz das Wichtigste"
Auch bei den Christen muss das Gespräch den nicht vorhandenen Parteiapparat ersetzen. Spitzenkandidat Franz Lair ist pensionierter Versicherungsberater, sein Programm sind die christlichen Werte: "Das Wichtigste ist für uns der Lebensschutz. Der Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod – und das kompromisslos. Das Zweite ist die Ehe, die Verbindung zwischen Mann und Frau und die darf nicht zerstört werden."

Plakate leisten sich die Christen von ihren 10.000 Euro Wahlbudget aus Spenden und Ersparnissen nicht, stattdessen gibt es Flugzettel und Poster. Für Listenführer Franz Lair ist die Religion das Fundament der Politik, der tägliche Kirchgang gehört dazu.
"Ich bin ja kein Politiker, ich bin immer politisch interessiert gewesen. Aber auf dieser Ebene, auf der wir jetzt arbeiten, da können wir viele ansprechen, für die christlichen Werte. Wir wollen starke Familien und dann wird das Land Tirol wieder stark."
Die Christen und die Kommunisten: Zwei höchst konträre Listen für eine bessere Gesellschaft nach dem 8. Juni 2008.
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