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MI | 11.04.2012
Zanon, van Staa (Bild: ORF)
landtagswahl
Zanon-Alleingang: Sie will Führungswechsel
Nach dem Abschneiden der ÖVP bei der Landtagswahl hat sich LR Elisabeth Zanon für einen Wechsel an der Parteispitze ausgesprochen. Sonntagabend erntete sie dafür Kritik aus den eigenen Reihen.
Bild: ORF (Zanon Elisabeth LHStv) Zanon für geordneten Übergang an Spitze
Elisabeth Zanon will erste Tiroler Landeshauptfrau werden. Die Landeshauptmann-Stellvertreterin sprach sich für einen geordneten Übergang an der Spitze der Volkspartei aus. Zunächst solle Herwig van Staa noch im Amt bleiben und die Regierungsverhandlungen führen. Zu Beginn der Legislaturperiode sollte es aber dann zu einem Wechsel kommen, und sie werde in jedem Fall für seine Nachfolge kandidieren.
Zanon wolle in jedem Fall kandidieren
Zanon meinte, sie sei das der Bevölkerung schuldig. Immer wieder sei sie im Wahlkampf gefragt worden, warum denn nicht sie sich an die Spitze stelle. Nun sei dafür der Zeitpunkt gekommen. Sie werde in jedem Fall kandidieren, der Rest hänge von der Partei ab.

Bezüglich der Koalitionsoptionen sprach sich Zanon dafür aus, mit allen vier potenziellen Partnern Gespräche zu führen. Präferenzen äußerte sie keine, machte aber klar, dass die Freiheitlichen nicht ihr Wunschpartner wären.
LR Anna Hosp (Bild: ORF) Hosp stellt sich klar hinter van Staa
LR Anna Hosp stellte sich klar hinter Parteiobmann van Staa. Die Ankündigung von Zanon, die den Anspruch auf die Landeshauptmannfunktion gestellt hatte, wollte sie nicht kommentieren.

Sie stehe voll hinter van Staa, sagte Hosp. Das Wahlziel der 40 Prozent sei erreicht. Es gehe nicht um Persönliches, sondern um das Ganze, sagte Hosp. Sie verwies auf das Abschneiden der ÖVP in ihrem Heimatbezirk Reutte. Dort habe die ÖVP das Ergebnis von 2003 weitgehend halten können. SPÖ und Grüne hätten große Verluste.
Herwig van Staa (Bild: ORF) Van Staa spricht von Fingerzeig
Van Staa rechnet mit dem Auftrag seiner Partei zur Regierungsbildung. Das Wahlziel sei erreicht. Äußerungen von Zanon, die den Führungsanspruch innerhalb der ÖVP gestellt hatte, will van Staa nicht kommentieren. Er verweist aber auf den Parteivorstand am Montag, der für Personalfragen zuständig sei.

Es habe herbe Verluste gegeben, das sei zur Kenntnis zu nehmen, betonte van Staa. Das Ergebnis sei ein Fingerzeig. Eine Regierungsbildung ohne Volkspartei sei unmöglich. Er werde Regierungsverhandlungen zügig führen, sagte van Staa.
Platter (bild: ORF/APA) Platter für Spekulationen nicht zur Verfügung
Innenminister Günther Platter, der immer wieder als möglicher Nachfolger van Staas gehandelt wird, hält sich bedeckt. Diese Spekulationen seien zwar lustig, er halte es jedoch für besser, zu analysieren, was gut für die Volkspartei und das Land sei. Er stünde für Spekulationen nicht zur Verfügung, so Platter.
Bild: APA (Bodner Johann LR) Bodner und Wolf stellen sich hinter van Staa
Wirtschaftslandesrat Johannes Bodner und der stellvertretenden ÖVP-Klubobmann, LAbg. Jakob Wolf, solidarisierten sich am Sonntagabend mit van Staa.

Wolf verwies zwar auf die langjährige Mitgliedschaft von Zanon in der Landesregierung. Sie trage Mitverantwortung für das Ergebnis. Laut Wolf seien Personaldiskussionen aber in den zuständigen Gremien abzuhalten, "Zanon hat sicher nicht den Führungsanspruch zu stellen", meinte Wolf.
Peter Filzmaier. (Bild: ORF) Personenkarussell in Gang gesetzt
Das Personenkarussell sei in Gang gesetzt. Die Situation der ÖVP sei in doppelter Hinsicht heikel, so Politologe Peter Filzmaier. Man habe zuvor gesagt, wenn van Staa über 40 Prozent bleibe, bleibe er auch Landeshauptmann. Würde er deutlich unter 40 Prozent fallen, würde er gehen.

Nun sei man genau in der Mitte – bei 40 Prozent, was zu Spekulationen führe. Die Situation der ÖVP sei auch heikel, weil sie intern eine Führungsfrage klären müsse und nach außen Koalitionsverhandlungen führen müsse, was sich ein wenig widerspreche, so der Politologe.
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