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MI | 11.04.2012
VP-Riege bei Sondierungsgespräche (Bild: ORF)
Sondierungsgespräche
ÖVP-Grüne möglich, ÖVP-SPÖ wahrscheinlich
Die Sondierungsgespräche laufen am Donnerstag auf Hochtouren. Jeder mit jedem könnte man fast sagen - nur in die Karten ließ sich keine der Parteienblicken. Bekräftigt wurde lediglich, dass Dinkhauser und FPÖ mit van Staa nicht können.

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Schwarz-grüne Erwärmung
Zuerst das Treffen mit der Liste Dinkhauser, später waren dann die Grünen an der Reihe - und das bereits zum zweiten Mal. Das habe nichts zu bedeuten kommentierte Herwig van Staa (VP) gegenüber ORF Tirol. Die Grüne Geschäftsführerin Alexandra Medwedeff zeigte sich ebenso verschwiegen, gestand aber ein, dass ein Interesse an einer Koalition bestehe.

Bei den schwarz-grünen Gesprächen gab es einen inhaltlichen Austausch, aber keinerlei Vereinbarungen zwischen den beiden Parteien. "Wir haben unsere Positionen auf den Tisch gelegt", stellte Georg Willi fest.

Zugeknöpft gab sich auch Hannes Gschwentner, der in Sachen Regebogen-Koalition verhandelte. "Dabei gab es lediglich mit den Grünen einige Gemeinsamkeiten," wie er betont.

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Van Staa sieht Dinkhauser in Opposition
Über die Inhalte des Gesprächs wurde zwar Stillschweigen vereinbart, dass man sich in Sachfragen aber über weite Bereiche sehr nahe gekommen ist, haben nach dem Treffen der beiden stimmenstärksten Parteien beide Seiten bestätigt.

Kein Geheimnis macht VP-Chef Herwig van Staa auch daraus, dass ein Kabinett der besten Köpfe ohne ihn selbst wohl nicht möglich sei. Deshalb rechnet er auch damit, dass Dinkhausers Mandatare in der kommenden Legislaturperiode auf der Oppositionsbank Platz nehmen werden.

Dass man trotzdem noch weitere Gespräche mit der Liste Fritz Dinkhausers führen wird, sei normal und im Sinne der Demokratie auch notwendig, so van Staa gegenüber ORF Tirol.

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Dinkhauser bleibt in Personalfragen hart
Seine Ankündigung, eine Zusammenarbeit mit der ÖVP sei nur ohne van Staa und Anton Steixner möglich, hat Dinkhauser auch beim heutigen Treffen bekräftigt. Dennoch spricht auch er von einem konstruktiven Gespräch.

Auch wenn das van Staa nach dem Gespräch dementiert, glaubt Dinkhauser, dass die ÖVP-Spitze sehr wohl über ein Kabinett der besten Köpfe nachdenken wird. "Es habe sich einiges bewegt, auch Herwig van Staa war sehr aufgeschlossen für unsere Ideen."

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Die Tiroler VP und ihre Qual der Wahl
Will man den Aussagen der beiden Parteispitzen heute glauben schenken, dann ist eine Koalition von ÖVP und der Liste Dinkhauser nur dann möglich, wenn van Staa und Steixner das Feld räumen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist allerdings relativ gering, denn das bedürfte wohl einer weiteren und dann geglückten Palastrevolution innerhalb der Tiroler Volkspartei.

Zwei Stimmen, nämlich jene von Elisabeth Zanon und dem Lienzer Bürgermeister, reichen wohl bei weitem nicht aus, um den Parteichef und den Bauernbund-Chef zu stürzen.

Doch die Frage, die man sich bei der ÖVP stellen wird, ist jene, ob es - nämlich in Hinblick auf die nächsten Landtagswahlen - nicht zu gefährlich ist, die Liste Dinkhauser auf die Oppositionsbank zu verbannen und somit noch stärker zu machen. Oder ist es doch besser, wieder mit der SPÖ zu koalieren - die als einzige Partei auch mit van Staa an der VP-Spitze kann - und darauf zu hoffen, dass dem Bürgerforum nach fünf Jahren in der Opposition die Luft für eine neuerliche Kandidatur ausgeht.

Fragen über Fragen, die sich für die ÖVP dieser Tage stellen und die Antworten, mit denen die Mehrheit in der Partei leben kann, sind offensichtlich noch nicht gefunden.
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