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MI | 11.04.2012
Gericht (Bild: ORF)
Justiz
Prozess gegen Hochenegg vertagt
Der Prozess gegen den bekannte Mediziner Leonhard Hochenegg ist am Dienstag aufgrund weiterer Beweisanträge auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Der mehrmals Vorbestrafte hatte sich nicht schuldig bekannt.
Heilungschance zunichtegemacht
"Der Doktor hat der an Brustkrebs leidenden Patientin die Empfehlung einer anerkannten medizinischen Behandlung, ohne die eine solche Erkrankung unzweifelhaft tödlich endet, unterlassen", hieß es in der Anklageschrift. Damit habe der Angeklagte die Verschlimmerung des Zustandes des Mammakarzinoms herbeigeführt und eine 50-prozentige Heilungschance zunichtegemacht.
"Patientin hat abgeblockt"
"Ich habe ihr gesagt, dass es sich um Brustkrebs handelt. Allerdings wollte die Patientin diese Diagnose nicht hören, sie hat abgeblockt", verteidigte sich Hochenegg. Die Empfehlung einer frauenärztlichen Untersuchung und eine chirurgische Intervention habe die Frau abgelehnt. Stattdessen habe er sie mit "Naturheilmittel", Spritzen und Handauflegen behandelt.
Statt Kräutern "Psychopax" verschrieben
Im zweiten Fall hatte der Tiroler einer an Depressionen und psychosomatischen Syndromen leidenden Patientin Schlaftropfen "aus heimischen und asiatischen Kräutern" verschrieben, die laut ihm "keine Nebenwirkungen" hätten. In Wahrheit habe es sich um "Psychopax" gehandelt, welche in eine Abhängigkeit führen, schilderte Richter Norbert Hofer.
Hauptverhandlung liegt Jahre zurück
Beide Fälle hatten sich im Zeitraum von 1997 bis 2003 zugetragen. Laut Staatsanwalt Wolfgang Pilz habe der 66-Jährige bei beiden Patientinnen die ärztliche Sorgfaltspflicht außer Acht gelassen. Er habe sie weder untersucht noch einer Anamnese unterzogen. Zudem hätte er die Erkrankung nicht medizinisch abgeklärt. Die Hauptverhandlung hatte schon vor einigen Jahren stattgefunden.
Verteidigerin Waltraut Walch wollte die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit führen. Ihr Mandant hatte sich in der Vergangenheit einer Nierenoperation unterziehen müssen, womit ein "erhöhtes Infektionsrisiko" gegeben sei. Der Richter hatte dem Antrag nicht stattgegeben. Für Walch war es am Ende der Verhandlung ungewiss, ob ihr Mandant aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes beim nächsten Termin "in der Lage sei" zu erscheinen.
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