Tirol ORF.at
MI | 11.04.2012
Kurt Weinzierl (Bild: ORF)
Leute
Kurt Weinzierl in München gestorben
Der Tiroler Film- und Volksschauspieler Kurt Weinzierl ist gestorben. Wie heute bekanntwurde, verstarb der Schauspieler, Kabarettist und Regisseur am Freitag in München im Alter von 77 Jahren.
Begräbnis am Freitag
"Er war nach längerer Krankheit dabei, sich zu regenerieren. Ein gesunder Mensch wäre an dieser Infektion nicht gestorben", sagt seine Agentin Hannelore Dietrich. Weinzierl soll am Freitag um 10.00 Uhr auf dem Münchner Nordfriedhof beigesetzt werden.
Ein Zauberkünstler des Theaters
Ein TV-Beitrag von ORF-Reporter Martin Sailer:

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

Der Fall Jägerstätter (Bild: ORF)
In "Der Fall Jägerstätter".
Beginn als Theaterschauspieler
Weinzierl wurde am 15. April 1931 in Innsbruck geboren, schon als Fünfjähriger überraschte er Passanten in der Innsbrucker Mozartstraße mit einem Puppentheater. Seine Ausbildung begann der Schauspieler als 17-Jähriger, fünf Jahre später kam er ans Salzburger Mozarteum. Zuvor hatte er als Kochlehrling und als Verkäufer in einem Papierfachgeschäft gearbeitet.

Sein breites schauspielerisches Repertoire entwickelte Weinzierl bei mehrjährigen Engagements in Nürnberg, Braunschweig, Wuppertal und an den Münchner Kammerspielen weiter. Von 1976 bis 1981 gehörte er dem Ensemble der legendären Münchner "Lach- und Schießgesellschaft" an.
Weinzierl (bild: ORF)
Als Pilch in "Kottan ermittelt".
Durchbruch als Franz Jägerstätter
Mit der Rolle des katholischen Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter in Axel Cortis Dokumentarspielfilm gelang ihm 1971/72 der Durchbruch auch abseits der Theaterbühnen. Für Lacherfolge im Fernsehen sorgte er in der österreichischen Kultserie "Kottan ermittelt" in der Rolle des Wiener Polizeidirektors Heribert Pilch, dessen ewiger Kampf mit dem Kaffeeautomaten zur Legende wurde.
Merkatz und Weinzierl (Bild: ORF)
Mit Karl Merkatz in "Ein echter Wiener geht nicht unter".
Zu sehen war er u. a. auch in den TV-Serien "Ein Schloss am Wörthersee" und - an der Seite von Karl Merkatz - in "Der Spritzen-Karli" und in "Ein echter Wiener geht nicht unter". Unvergessen auch seine Rolle als Bürgermeister Franz Wechselberger in der "Piefke Saga". Weinzierl machte auch Abstecher ins internationale Kino - u. a. war er in Hans Noevers Film "Der Preis des Überlebens" mit Michel Piccoli und in Rainer Werner Fassbinders "Berlin Alexanderplatz" zu sehen.
"Der tollste Beruf der Welt"
Die Schauspielerei war für Weinzierl, der Mitinitiator der Tiroler Volksschauspiele in Telfs war, "der tollste Beruf der Welt", doch auch als Regisseur zeichnete er für zahlreiche Inszenierungen verantwortlich

"Beim Regieführen kann man träumen", sagte er einmal. Weinzierl inszenierte u. a. am Bregenzer Theater am Kornmarkt die politische Farce "Der unheimliche Geliebte" von Lorenz Gutmann und Veronika Eberl. 1999 erhielt der Wahlmünchner das Österreichische Ehrenkreuz erster Klasse.
Abschied von einem "großen Geist"
"Wir trauern um eine große Persönlichkeit unseres Landes. Obwohl die Theater- und Fernsehbühnen der Welt seine Heimat waren, ist Kurt Weinzierl im Herzen doch immer ein Tiroler geblieben und war mit seiner Heimat tief verwurzelt", sagte der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP).

Einen "großen Geist" hat die Geschäftsführerin der Tiroler Volksschauspiele, Silvia Wechselberger, Weinzierl genannt: "Wir verlieren einen Freund und Wegbegleiter, der bis zum Schluss ein witziger, origineller und 'altersloser' Mensch war", fügte Wechselberger hinzu.
ORF ändert sein Programm
Neben aktueller Radio- und TV-Berichterstattung und einem Beitrag im "Kulturmontag" bringt der ORF am Dienstag um 22.45 Uhr in ORF1 die "Kottan ermittelt"-Folge "Mabuse kehrt zurück". Weiters ist Weinzierl am Samstag um 13.10 Uhr in ORF2 im vielfach preisgekrönten Dokumentarspiel "Der Fall Jägerstätter" zu sehen.
Ganz Österreich
Tirol News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News