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MI | 11.04.2012
Inge Bühl (Bild: ORF)
Mordfall Bühl
OLG lehnt Antrag auf Wiederaufnahme ab
Der Mordfall Gunther Bühl dürfte endgültig zu den Akten gelegt sein. Jetzt hat das Innsbrucker Oberlandesgericht einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens abgelehnt. Die Witwe des Mordopfers bleibt somit in Haft.
Auch zweiten Antrag abgewiesen
Seit fünf Jahren sitzt die Kufsteinerin Inge Bühl in der Justizanstalt Schwarzau in Niederösterreich, rechtskräftig verurteilt wegen Mordes an ihrem Gatten. Inge Bühl hat stets ihre Unschuld beteuert. Ein Wiederaufnahmeantrag wurde 2006 schon einmal abgelehnt. Jetzt hat das Oberlandesgericht auch den zweiten Antrag abgewiesen.
Indizienprozess
Es ist ein trister, verregneter Sonntag im Februar 2000. Der Kufsteiner Unternehmer Gunter Bühl liegt tot im Wohnzimmer seiner Villa - erschossen. Zwei der insgesamt vier Schüsse waren direkt am Körper aufgesetzt. Das Opfer stirbt erst nach 20 Minuten. Das Geschworenengericht geht in einem Indizienprozess davon aus, dass Inge Bühl ihren Mann aus Eifersucht erschossen hat. Sie wird zu 20 Jahren Haft verurteilt.
"Keine Blut- oder Schmauchspuren"
Inge Bühls Anwalt, Albert Heiss, legt im März ein Privatgutachten eines Grazer Gerichtsmediziners vor, wonach Gunter Bühl Selbstmord begangen habe. Am Griff der Kleinkaliberpistole hätten sich ausschließlich Spuren des Toten gefunden. Inge Bühl habe am Körper weder Blut- noch Schmauchspuren gehabt. Zudem habe am Tatort Ordnung geherrscht.

Dieser These schließen sich weder das Landesgericht noch das Oberlandesgericht an - zu spekulativ, heißt es. Anwalt Heiss kann den OLG-Beschluss noch nicht kommentieren, da er ihn noch nicht habe.

Kein Rechtsmittel mehr möglich
Nach diesem Beschluss ist kein weiteres Rechtsmittel mehr möglich. Inge Bühl hat nurmehr die Möglichkeit, im Rahmen einer Wahrungsbeschwerde die Generalprokuratur in Wien anzurufen. Die Prokuratur könnte den Beschluss aufheben und wieder an die erste Instanz zurückverweisen.

2003 wurde Inge Bühl zu 20 Jahren Haft verurteilt. Nach geltender Rechtslage könnte sie theoretisch nach 10 Jahren bedingt entlassen werden.
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