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MI | 11.04.2012
Landtagswahl in Südtirol (Bild: ORF)
Südtirol
Landtagswahl: SVP hält Mandatsabsolute
Mit 48,1 Prozent hat die Südtiroler Volkspartei (SVP) bei der Landtagswahl ihre absolute Stimmenmehrheit verloren. Durch ein Reststimmenmandat hat sie aber 18 Mandate im 35-köpfigen Landtag und damit die absolute Mehrheit.
Südtiroler Landtagswahl, Endergebnis (Bild: ORF)
Südtiroler Landtagswahl: Endergebnis
Fall unter 50-Prozent-Marke
Mit 48,1 Prozent ist die SVP zum ersten Mal in ihrer Geschichte unter die 50-Prozent-Marke gerutscht. Im Vergleich zu den vergangenen Landtagswahlen vor fünf Jahren verlor die SVP 7,5 Prozentpunkte. Damals erreichte sie 55,6 Prozent.

SVP legte in Bozen zu
Ihre zum Teil zweistelligen Verluste im ländlichen Bereich holte die SVP teilweise in den Städten auf, wo in Orten mit italienischer Bevölkerungsmehrheit die Parteien des "Popolo della Liberta" (Berlusconi-Parteien) deutlich hinter den Erwartungen blieben.
Luis Durnwalder (Bild: ORF/Hans Leiter)
SVP Spitzenkandidat Durnwalder
Durnwalder: "Bin mit dem Ergebnis zufrieden"
Großer Verlierer ist der Spitzenkandidat der SVP, Landeshauptmann Luis Durnwalder. Er verbuchte ein Minus von 12.000 Vorzugsstimmen im Vergleich zu 2003.

Noch vor den Wahlen hat er ankündigt, dass er zurücktritt, wenn er mehr Prozentpunkte verliert als die Partei. Das ist nun zwar eingetreten, aber Durnwalder stellt die Mathematik auf den Kopf: "Ich bin mehr als zufrieden. Mir war wichtig, dass wir die absolute Mehrheit erhalten haben. Die hat uns ja niemand mehr zugetraut."

Auf Platz zwei der SVP-Kandidaten kam Agrarlandesrat Hans Berger, gefolgt vom erstmals antretenden SVP-Obmann Elmar Pichler Rolle.
Starke Gewinne für Freiheitliche
Von den Verlusten der SVP profitierten vor allem die Freiheitlichen. Sie kamen auf 14,3 Prozent der Stimmen (2003: fünf Prozent) und werden im neuen Landtag mit fünf (statt bisher zwei) Abgeordneten vertreten sein.

Die von der Union abgespaltene "Süd-Tiroler Freiheit" hat zwei Sitze (4,9 Prozent). Jeweils ein Mandat erhielten die Union für Südtirol, die Lega Nord und die italienische Rechtspartei Unitalia.
So reagiert Österreich auf die Wahl
Reaktionen auf das Ergebnis der Südtiroler Landtagswahl gibt es vor allem aus dem Freiheitlichen Lager und aus der ÖVP.

Die Verteidigung der absoluten Mandatsmehrheit sei ein erfolgreiches und achtbares Ergebnis für die Südtiroler Volkspartei, so der außenpolitische Sprecher der ÖVP im Nationalrat Wolfgang Schüssel. Lob und Gratulation für das "solide Ergebnis" kommen von ÖVP-Chef Josef Pröll.

Als "Abfuhr für die Arroganz und den Absolutismus der herrschenden Parteien" bezeichnete der designierte BZÖ-Obmann Stefan Petzner den Ausgang der Südtiroler Landtagswahl.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache meinte zum gute Abschneiden der Südtiroler Freiheitlichen: Eine "historische Großtat" sei gelungen.
Südtiroler Landtagswahl, Mandatsverteilung (Bild: ORF)
Südtiroler Landtagswahl: Mandatsverteilung
Endergebnis nach Auszählung aller Wahlkreise
Nach Auszählung aller 488 Wahlkreise ergab sich am Montag folgendes vorläufiges Endergebnis der Landtagswahl in Südtirol:

Südtiroler Volkspartei (SVP)
48,1 Prozent 18 Sitze

Die Freiheitlichen
14,3 Prozent 5 Sitze

Il Popolo della Liberta Berlusconi
8,3 Prozent 3 Sitze

Demokratische Partei - Partito Democratico
6,0 Prozent 2 Sitze

Verdi - Grüne Verc Bürger Liste Civiche
5,8 Prozent 2 Sitze

Süd-Tiroler Freiheit
4,9 Prozent 2 Sitze

Union für Südtirol
2,3 Prozent 1 Sitz

Lega Nord Südtirol
2,1 Prozent 1 Sitz

Unitalia
1,9 Prozent 1 Sitz
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